Afghanistan
Entführte Entwicklungshelfer befreit

In einer nächtlichen Aktion sind in Afghanistan vier vor anderthalb Wochen entführte Entwicklungshelfer von Soldaten befreit worden. Bei der Rettungsaktion wurden sieben Geiselnehmer getötet.
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KabulDie Geiselnahme sei am Samstag vor Morgengrauen beendet worden, sagte der Kommandeur der Nato-geführten Isaf-Truppe in Afghanistan, John Allen. Afghanischen Angaben zufolge wurden bei der Operation, die nach Mitternacht begann, sieben Aufständische getötet.

Die Frauen, Helen J. und Moragwe O., und ihre beiden afghanischen Kollegen waren vor elf Tagen in der Provinz Badachschan entführt worden. Badachschan liegt im Verantwortungsbereich der Bundeswehr. Die Ärzte waren auf Pferden zwischen Jaftal und Ragh unterwegs gewesen, knapp 100 Kilometer von Faisabad. Alle vier arbeiten für das in der Schweiz ansässige Hilfswerk Medair. Das afghanische Innenministerium habe die Bündnissoldaten bei der Befreiungsaktion unterstützt, erklärte Allen.

Einem Bündnissprecher zufolge war ein Rettungsteam per Hubschrauber zu dem Versteck der Entführer im Norden Afghanistans aufgebrochen und bestätigte, dass die Geiseln dort seien. „Die Geiselnehmer waren bewaffnet mit schweren Maschinengewehren, Panzerfäusten und AK-47s“, sagte Jimmie Cummings. Sie gehörten einer bewaffneten Terroristengruppe mit Verbindungen zu den Taliban an. Die Geiseln, die in Höhlen versteckt gehalten wurden, seien wohlauf. Nach gründlicher medizinischer Untersuchung sollten sie mit ihren Familien zusammengeführt werden, erklärte Cummings.

Der stellvertretende Gouverneur von Badachschan, Schams ul Rahman, sagte, die Entführten seien in Gulati gefangen gehalten worden, einer Ortschaft im Bezirk Schahri Busurg. Die gebirgige und bewaldete Gegend liegt nahe der Grenze zu Tadschikistan im äußersten Norden Afghanistans.

„Zumeist Schmuggler halten sich in diesen Regionen auf, doch natürlich werden sie von den Taliban unterstützt“, sagte Rahman. Eine Gruppe von Afghanen habe sich nach Gulati aufgemacht, um mit den Entführern zu verhandeln. „Basierend auf Geheimdienstberichten, die den afghanischen Truppen vorlagen, wurde eine erfolgreiche Operation durchgeführt, die mit der Freilassung der Geiseln und der Tötung der Entführer endete“, erklärte Rahman.

Unterdessen sind bei zwei Bombenanschlägen im Süden Afghanistans vier Polizisten ums Leben gekommen. Der Leiter der örtlichen Kriminalpolizei sagte am Samstag, in beiden Fällen seien die Sprengsätze in Motorrädern versteckt gewesen und explodiert, als die Polizeiwagen die Hauptstadt der Provinz Orusgan, Tarin Kot, passierten. Bei den Anschlägen am Freitagabend und Samstagmorgen seien je zwei Polizisten getötet worden. Bei der Explosion am Samstag seien zudem zwei Polizisten verwundet worden, hieß es.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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