Afghanistan
Entführte Rotkreuz-Mitarbeiter sollten deutsche Geisel abholen

In Afghanistan sind nach Polizeiangaben vier Vertreter des Roten Kreuzes entführt worden. Nach Darstellung der Hilfsorganisation sollten sie die deutsche Geisel Rudolf B. „abholen“, der vor mehr als zwei Monaten verschleppt worden war. Doch sie scheiterten - und auf dem Rückweg warteten andere Spieler im afghanischen Geiselgeschäft.

HB KABUL. Eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sagte, die beiden ausländischen sowie zwei afghanische Mitarbeiter seien am Mittwochabend ohne die Geisel auf dem Rückweg nach Kabul gewesen. „Ihr Verschwinden wird wohl nicht mit ihrer Aufgabe zusammenhängen“, sagte die Sprecherin. Über die Nationalität der beiden verschleppten Ausländer konnte die Sprecherin keine Angaben machen. Das IKRK ist in Afghanistan mit rund 60 internationalen Mitarbeitern vertreten. Die Zahl der einheimischen Mitarbeiter und Helfer ist deutlich höher.

Zuvor hatte ein Polizeivertreter der Provinz Wardak erklärt, Taliban-Rebellen hätten die Mitarbeiter des Roten Kreuzes verschleppt. In derselben Gegend war im Juli der deutsche Ingenieur Rudolf B. entführt worden.

Das Innenministerium in Kabul vermeldete unterdessen die Festnahme von Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi. Er wurde bei einer Polizeirazzia in der südlichen Unruheprovinz Helmand gefasst und zusammen mit seinem Bruder in Haft genommen. Die Taliban äußerten sich zunächst nicht dazu. Ahmadi war vor allem bei den jüngsten Entführungsfällen als Medienrepräsentant seiner Bewegung in Erscheinung getreten.

Die dänische Militärführung berichtete am Donnerstag in Kopenhagen vom Tod zweier dänischer Soldaten in Afghanistan. Sie seien einem Feuergefecht mit Aufständischen in der Provinz Helmand zum Opfer gefallen. Ein dritter Däne sei verwundet worden. Dänemark hat rund 600 Soldaten im Rahmen der internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan stationiert.

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