Afghanistan
Erneut Proteste gegen Koranverbrennung

Wieder haben Tausende Menschen in Afghanistan gegen die publik gewordene Verbrennung von Koran-Schriften durch US-Soldaten demonstriert. Die Entschuldigung von US-Regierungsvertretern hat die Lage noch nicht beruhigt.
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KabulBei erneuten Protesten gegen die Koranverbrennung auf einem US-Luftwaffenstützpunkt in Afghanistan sind am Freitag Tausende Menschen auf die Straße gegangen. An einer Protestaktion in der östlichen Provinz Chost beteiligten sich nach Schätzungen der afghanischen Polizei 4.000 Menschen. In der Provinz Nangarhar riefen Tausende Demonstranten „Tod für Amerika“ und verbrannten ein Bild von US-Präsident Barack Obama. An einer Kundgebung in der afghanischen Hauptstadt Kabul nahmen unterdessen rund 100 Menschen teil.

Die US-Regierung und Vertreter der afghanischen Behörden hatten mit einer Entschuldigung versucht, die explosive Stimmung nach der Verbrennung von Koran-Schriften auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram zu entschärfen. Allerdings blieben die Bemühungen bislang offenbar erfolglos. Bei Ausschreitungen wegen des Zwischenfalls kamen in den vergangenen drei Tagen 13 Menschen ums Leben, darunter zwei US-Soldaten.

NATO-Kommandeur John Allen rief die Afghanen nach der Koranverbrennung zu Geduld und Zurückhaltung auf. Derzeit werde der Vorfall untersucht, hieß es in einer Stellungnahme. Die NATO und die afghanische Regierung arbeiteten gemeinsam daran, ein solches Ereignis künftig zu verhindern.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Afghanistan: Erneut Proteste gegen Koranverbrennung"

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  • Wenn ihr keine Religion habt, ist eure Erklärung sicherlich richtig. Diese Leute besitzen so gut wie nichts und ihre fanatische Religionsführer nutzen diese Situation aus. Wie konnte man nur diese Menschen so beleidigen, ich würde harte Gefängnisstrafen gegen diese Koran-verbrennung verhängen um den Menschen wieder ihre Ehre zurück zugeben. Aber ich sehe es eher so, die Amis wollen wieder einen Grund kreieren um Afghanistan nicht verlassen zu müssen. Der gleich Unsinn vollzieht sich mit dem Iran, wo man nun absichtlich einen Krieg will. Wenn wirklich Gefahr drohen würde, hätte Israel schon längst reagiert und alles platt gemacht. Deswegen plädiere ich: den Friedens-Nobelpreis lieber Mickey Maus zu geben.

  • Wann wird es uns endlich allen klar das die Menschen in Afghanistan ihr Glück selbst in die Hand nehmen wollen und ihre eigene Demokratie aufbauen möchten wie immer die auch aussehen mag und ob mit Taliban oder ohne. Da verbrennt einer ein Buch, ja ich weiss es ist das wichitgste Buch des Islam, aber das dann die ganze Bevölkerung des Landes amok läuft ist doch krank. Haben die den nichts anderes zu tun als stress zu machen und deswegen andere und auch sich selbst zu töten? Das zeigt uns doch das die Soldaten aller NAtionen in Afghanistan nicht mehr gewünscht sind vom Volk. Also raus da und dann sich Afghanistan selbst überlassen auch wenn dort in Zukunft wieder die Taliban herrschen sollten. Das Volk will es doch so, also sollten wir uns dagegen nicht sträuben. Unse´r Verständnis von Demokratioe wird dort doch sowieso nicht begriffen bzw. gewollt.....

  • Warum rufen die internationalen islamischen Vertreter hier nicht zur Mäßigung ihrer Religonsmitglieder auf???

    Ein Grüppchen US-Soldaten verbrennt einen Koran und das halbe Volk dreht wegen eines solchen 'Dumme-Jungen-Streichs' durch - bis hin zu ersten Toten!!!

    Man stelle sich mal vor: Ich verbenne jetzt eine Bibel, filme das ganze und stelle es ins Web. Haben wir hier dann auch derartige Krawalle zu befürchten?

    Immer wieder hört man gebetsmühlenartig, man solle doch dem Islam respektieren. Dann erwarte ich aber auch vom Islam, dass er sich mit solch nichtigen Einzelaktionen nicht lange aufhält - eine starke, angeblich friedliebende Religion wird sich kaum durch so einen Quatsch erschüttern lassen.

    Wenn unsere mit unseren Steuern und unter Einsatz ihres Lebens kämpfenden Soldaten in deratige Gefahr versetzt werden, nur weil US-Jungs einen Koran verbrennen, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn sich hier die Ressentiments gegen den Islam weiter ausbreiten.

    Der Islam - auch hierzulande - hat die Fäden in der Hand.

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