Afghanistan
Erstmals seit 2011 fällt ein deutscher Soldat

Die Bundeswehr muss in Afghanistan einen Toten beklagen. Ein Mitglied einer Spezialeinheit wurde erschossen, ein zweiter Deutscher wurde verwundet. Die Schutztruppe Isaf erlebt den verlustreichsten Tag seit Jahresbeginn.
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KabulErstmals seit fast zwei Jahren ist in Afghanistan wieder ein deutscher Soldat gefallen. Der Getötete gehörte der Elitetruppe KSK an und ist das erste Mitglied der Spezialkräfte, das im Einsatz umkam. "Das ist eine schmerzliche, bittere Nachricht", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere am Sonntag in Berlin.

Die deutschen Soldaten seien unter Beschuss geraten, als sie am Samstag Spezialkräfte der afghanischen Polizei bei einem Einsatz gegen Aufständische in der Unruhe-Provinz Baghlan unterstützt hätten. Ein zweiter KSK-Soldat sei verwundet worden, inzwischen aber außer Lebensgefahr. Bei anderen Angriffen im Süden und Westen des Landes wurden auch sieben US-Soldaten getötet. Es war einer der verlustreichsten Tage für die internationalen Truppen seit Jahresbeginn. Die Taliban hatten zuvor eine Frühjahrsoffensive angekündigt.

Einsätze des in Calw stationierten KSK sind normalerweise eine Geheimsache, zu der sich weder die Bundesregierung noch die Bundeswehr äußern. Bekannt ist, dass im Training bereits mehrere Soldaten der Elite-Truppe umkamen. De Maiziere bestätigte die Zugehörigkeit des gefallenen Soldaten zum KSK, wollte sich jedoch darüber hinaus nicht zu der Elitetruppe äußern. "Jedes Menschenleben jedes Soldaten, wo immer er herkommt, hat den gleichen Wert und führt zum gleichen Schmerz", betonte er. Zuletzt war ein deutscher Soldat am 2. Juni 2011 gefallen.

Der Minister vermied auch eine Prognose darüber, ob die jüngsten Angriffe der Aufständischen ein Wiederaufflammen der Gewalt im Norden Afghanistans erwarten ließen. Die Taliban hätten immer wieder Frühjahrsoffensiven angekündigt und wollten natürlich auch ihre Ausgangsposition für Verhandlungen verbessern, sagte de Maiziere. Er könne jedoch keine Vorhersagen über die weitere Entwicklung treffen. Die Angriffe auf die deutschen Truppen in Afghanistan hatten zuletzt kontinuierlich abgenommen. Am Donnerstag war die Bundeswehr bei Kundus jedoch erstmals seit mehr als einem halben Jahr wieder Ziel eines Sprengstoffanschlags geworden, verletzt wurde dabei niemand.

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  • a propos heiliger krieg:

    "wo sie zu Ehren ihrer Schutzpatronin, der Maria Muttergottes, Heilige Messe feierten"

    "Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte die Gebirgsschützen als Treuhänder der Tradition, des Brauchtums und des christlichen Glaubens."

    "Prominentester Gebirgsschütze ist"..."Papst Benedikt XVI."

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10009&pk=911584&p=1

  • Ein deutscher Soldat FÄLLT, wenn er einer absolut notwendigen Sache dient und dafür stirbt. Die notwendige Sache ist in erster Linie die Verteidigung Deutschlands in seinen Grenzen. Die sogenannte "Verteidigung Deutschlands, schon am Hindukusch" ist eine Interpretation einer fehlgeleiteten Nichtvorwärtsverteidigung, bei der deutsche Soldaten nicht fallen, sondern Kollateralschäden einer Fremdverteidigung, gegen wen auch immer, sind.
    Leider sind diese kollateral geschädigten deutschen Soldaten Opfer der falschen Berufswahl, denn gezwungen, wie im Verteidigungsfall, hat sie keiner.

  • Wieso auch, die Subvention an die heimische Kriegsindustrie muss ja sein. Sind ja auch genug Fahrzeuge mit Totalschaden zusammen gekommen, oder? Das war halt ein Neuwagenunterstützung auf die andere Art! Und ohne Blutzoll funktioniert das beim Militär halt nicht...

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