
HB OSNABRÜCK/BRÜSSEL. Nach der Afghanistan-Konferenz in Kabul hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg davor gewarnt, für den Abzug der Nato-Soldaten ein Enddatum zu setzen. In einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" räumte der CSU-Politiker zugleich Fehler ein. "Alle Politiker - mich eingeschlossen - haben teilweise Bilder gezeichnet und Ziele formuliert, die sich inzwischen als Illusion erwiesen haben."
Mit Blick auf einen möglichen Beginn des Truppenrückzugs im Jahr 2011 betonte der Minister, dass dafür klare und harte Bedingungen erfüllt sein müssten. "Ohne solche Bedingungen kann's nicht laufen, ein Abzug darf kein Selbstzweck sein, sondern er muss an das klare Erreichen von Zielen geknüpft sein", sagte Guttenberg.
Das Ziel in Afghanistan könne heute nicht mehr die Einrichtung einer Westminsterdemokratie sein. "Wir müssen ein Mindestmaß an Stabilität herstellen. Wenn das erreicht ist, kann man mit einem Abzug beginnen, aber man sollte keine Enddaten für einen Abzug setzen, das wäre verheerend und dumm.
Der deutsche Nato-General Egon Ramms stieß ins gleiche Horn: "Ich halte das Reden über Abzugsdaten für gefährlich", sagte Ramms der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). "Wir liefern den Aufständischen damit Informationen, wie es um den psychischen Zustand in unserer Bevölkerung bestellt ist." Ramms ist Befehlshaber des für Nato-Einsätze zuständigen Hauptquartiers im niederländischen Brunssum.
Ramms warnte zugleich vor einer falschen Darstellung der Lage in Afghanistan: "Das Bild, das in der Öffentlichkeit herrscht, unterscheidet sich deutlich von unserem eigenen", so Ramms. Er könne nur jeden warnen, hier mit politischem Wunschdenken an das Thema ranzugehen. "Politisches Wunschdenken ist für Afghanistan nicht opportun", sagte er.
Zum Umgang in Deutschland mit dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan sagte Ramms:"Die deutschen Soldaten im Norden Afghanistans tun dort einen schwierigen Dienst. Das wird aber öffentlich immer nur dann anerkannt, wenn es Gefallene und Verwundete gegeben hat." Und: "Es kann doch nicht sein, dass sich die Familien dafür verteidigen müssen, dass ihre Söhne, Brüder oder Männer einen politischen Auftrag ausführen."
Wie schwierig die Sicherheitslage in Afghanistan ist, zeigte sich auch bei der Konferenz in Kabul. Kurz vor der Eröffnung griffen Taliban den Flughafen mit Raketen an.
Aufständische enthaupten Polizisten
Am selben Tage enthaupteten Aufständische nach Nato-Angaben im Norden Afghanistans sechs Polizisten. Die Täter griffen mehrere Regierungsgebäude in der Provinz Baghlan an, wie die Streitkräfte am Mittwoch mitteilten. Sie überrannten demnach am Dienstag einen Kontrollposten der Polizei und trennten den Sicherheitskräften den Kopf ab.
Karsai ist doch eine Marionette und Korrupt. Das ist nicht unser Krieg und wir sollten nicht noch die vielen "blumenfelder" und "anfälligen Strukturen" sichern und unterstützen. Punkt. Die Frage ist doch immer noch auf welcher Grundlage wir dort eigentlich unseren Einsatz stützen? bündnisfall den es nie gab, Rohstoffsicherung, welche Verfassungsrechtlich nicht gedeckt ist oder die Einkreisung vom iran? Also raus da, Soldaten abziehen und auf humanitärem Wege versuchen zu die Selbsthilfe anzuregen! Dieses jahr wurde die Katze ja mal aus dem Sack gelassen mit dem Krieg und jetzt heisst es bloß keinen termin nennen wegen der "Taliban / Terroristen / Aufständische / Einheimische", hm also bleiben wir da für immer oder was? ist schon sehr grotesk das ganze getue und nicht mit einer freiheitlich liberalen Einstellung zu verbinden, aber wir sind ja selber auf dem Weg unsere Freiheit zu verlieren!
Halloo, es geht hier um Krieg, welches Ereignis oder welche Ziele rechtfertigen diesen Krieg. Abziehen, sofort.
Wenn es denn wenigstens so wäre, dass WiR (und nicht China und andere Länder) uns Rohstoffquellen sicher würden! Damit würden wir ein m.E. legitimes Ziel verfolgen, was andere Länder (alle unserer Verbündeten eingeschlossen) aggressiv verfolgen! Aber bis dieses Ziel wirklich mal verfolgt wird, müssen in Dtl. die Lichter ausgehen oder die Autos stehen bleiben, weil der Rohstoffnachschub ins Stocken geraten ist. Erst dann wird man begreifen, dass es eine Rohstoffversorgung nicht umsonst gibt.
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