Afghanistan
Kommission will Gefangene der US-Streitkräfte sehen

Zugang zu den Gefangenen der US-Streitkräfte in Afghanistan hat die unabhängige Menschenrechtskommission in Afghanistan (AIHRC) gefordert. Grund dafür sind die Meldungen über schwere Misshandlungen der Gefangenen im Irak.

HB KÖLN. In einem Brief an den US-Befehlshaber David Barno habe man neben dieser Forderung auch die Sorge der Kommission über die Behandlung der Gefangenen zum Ausdruck gebracht, sagte der stellvertretende AIHRC-Chef Fahim Hakim. Barno lehnte einen Besuch des AIHRC bei den Gefangenen am Dienstag vor Journalisten in Kabul ab.

Die US-Streitkräfte würden die bisher verfolgte Politik nicht ändern, sagte der General. Derzeit dürfen nur Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes, die sich nicht öffentlich äußern, Gefangene besuchen. „Wir sehen uns ihre Empfehlungen nach den Besuchen sehr genau an“, sagte Barno. Die US-Streitkräfte in Afghanistan hätten bislang keine Misshandlungen verzeichnet.

Nach Angaben des AIHRC liegen der Kommission 43 Beschwerden von Freigelassenen und von Angehörigen Gefangener vor. Die US- Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch hatte US-Soldaten in Afghanistan im März vorgeworfen, Gefangene misshandelt zu haben. Offizielle Angaben über die Zahl der Gefangenen gibt es nicht.

In dem Schreiben an Barno habe die Kommission vorgeschlagen, eine Verbindungsstelle einzurichten, um Zugang zu den Gefangenen zu bekommen, sagte Hakim. „Der Hauptgrund ist, dass wir ähnliche Behandlungen wie im Irak vermeiden wollen.“ Eine Antwort habe die Kommission nicht erhalten. Die AIHRC geht auf einen Beschluss der Afghanistan-Konferenz Ende 2001 bei Bonn zurück. Die Kommission soll die afghanische Regierung in Menschenrechtsfragen beraten.

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