Afghanistan-Massaker
US-Soldat entschuldigt sich für „Akt von Feigheit“

Der Fall um US-Soldat Bales gilt als eine der schlimmsten Gräueltaten westlicher Truppen im Afghanistan-Krieg. Nun hat sich der Unteroffizier für das Massaker an 16 Afghanen entschuldigt. Das Strafmaß steht noch aus.
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SeattleEin US-Soldat hat sich vor einem Militärgericht für das Massaker an 16 afghanischen Zivilisten entschuldigt. Der 39-jährige Robert Bales sagte am Donnerstag bei einer Anhörung auf dem Armee-Stützpunkt Lewis-McChord im US-Staat Washington, die Tat sei ein „Akt von Feigheit“ gewesen.

Er habe hinter einer „Maske aus Angst und Draufgängertum“ gehandelt, als er nachts in zwei Dörfer in der südafghanischen Provinz Kandahar gegangen sei und die 16 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, getötet habe.

Der Fall vom März 2012 gilt als eine der schlimmsten Gräueltaten westlicher Truppen im Afghanistan-Krieg. Eine Jury prüft derzeit, ob Bales zu lebenslanger Haft verurteilt werden soll oder ein geringeres Strafmaß verhängt werden kann.

Bales hatte sich bereits im Juni für schuldig erklärt, nicht zuletzt, um damit die Todesstrafe zu umgehen. Vor Gericht sagte er am Donnerstag weiter, er sei böse auf sich selbst gewesen, dass er ständig wütend gewesen sei, zu viel getrunken habe und vor Problemen weggerannt sei.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Afghanistan-Massaker: US-Soldat entschuldigt sich für „Akt von Feigheit“"

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  • Die Untat des Massenmörders Robert Bales ist unentschuldbar. Da es sich nicht um einen Einzelfall handelt, stellt sich die Frage nach der Sorgfalt der Rekrutierungsverfahren bzw. nach der Qualität der inneren Führung der Truppe. Zwar gab und gibt es Gräueltaten immer in allen Kriegen, aber in diesen konkreten Fällen wird Europa massiv durch die Flüchtlingsströme geschädigt, deren Ursache auch Übergriffe und Massaker an Zivilisten ist. Europa muss sich mit dieser Schadenquelle beschäftigen, anstatt seine Bürger pauschal und wahrheitswidrig als Rechtsradikale zu diffamieren und gezielt in die Nähe der Neonazis zu stellen (die es leider auch gibt und die die beklagenswerte Situation ausnutzen). Wahr ist, dass die so gescholtenen Bürger aktive Fürsprecher einer Zuwanderung von Leistungsträgern sind und wahr ist auch, dass sie zu solchen Leistungsträgern freundschaftliche und gutnachbarliche Beziehungen pflegen. Politik, die diese Wahrheit verfälscht, steht im Geruch, sich gegenüber den Ursachen der Massenflucht blind und taub stellen zu wollen. Dies ist völlig inakzeptabel. Die Höchststrafe für Bales könnte künftige Militäreinsätze glaubwürdiger machen, so dass dann die Aufgeschlossenheit für unsere westlichen Wertvorstellungen wieder hergestellt wird. Zurzeit werden diese Wertvorstellungen sogar in den Migranten- und Flüchtlingsmilieus nicht vorbehaltlos geteilt.

  • How could this happen? The murder of sleeping women and children is in court and not the one who made the accusations?
    Hey americans, stop accusing murderers for murder!
    He felt bad, many bad people talk bad about americans, so what! Don't you know pity for murderer, think about the impact this might have on others who are assured of doing the right thing when murdering!
    Do you really want this?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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