Afghanistan-Massaker
US-Soldat muss lebenslang ins Gefängnis

Nach dem Massaker an 16 afghanischen Zivilisten hatte sich US-Soldat Bales vor dem Militärgericht für seine Tat entschuldigt. Der Todesstrafe entging er dadurch. Das Gericht verurteilte ihn nun aber zu lebenslanger Haft.
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SeattleDer US-Unteroffizier Robert Bales ist für das Massaker an 16 afghanischen Zivilisten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er erhalte keine Chance auf vorzeitige Freilassung, berichtete die Zeitung „The News Tribune“ vom Militärgericht im Bundesstaat Washington am Freitag. Bales' Gräueltat hatte Anfang 2012 weltweite Empörung ausgelöst.

Bales war im März 2012 nachts von seinem Militärcamp aus in zwei Dörfer in der südafghanischen Provinz Kandahar gegangen und hatte 16 Menschen getötet, vor allem Frauen und neun Kinder. Das Gericht befand den heute 40-Jährigen des 16-fachen Mordes für schuldig. Nach dem Blutbad hatte Bales die Leichen der Opfer verbrannt.

Der Soldat hatte sich bereits zuvor in dem Verfahren für schuldig bekannt - und damit eine mögliche Todesstrafe verhindert. Erst am Donnerstag hatte er seine Tat vor dem Gericht bereut, sich entschuldigt und seine Tat als „Akt der Feigheit“ bezeichnet.

„Ich habe keine Worte dafür, wir sehr ich wünsche, dass ich das ungeschehen machen könnte“, sagte er bei einer der Anhörung auf dem Stützpunkt Lewis-McChord.

Nach dem Urteil wurde der zweifache Vater aus dem Gerichtssaal geführt, ohne dass ihm Gelegenheit gegeben wurde, seine weinende Ehefrau zu umarmen, schreibt die Zeitung weiter. Seine Anwälte hatten sich dafür eingesetzt, dass er die Chance auf eine vorzeitige Entlassung haben sollte. Die Anklagebehörde hatte dies jedoch strikt abgelehnt.

Angehörige der Toten, die extra als Zeugen aus Afghanistan angereist waren, kritisierten vor Journalisten das Urteil. Hadschi Mohammad Wasir, der allein elf Familienmitglieder in dem Massaker verlor, sagte, sie hätten für Bales die Todesstrafe gewollt.

Militärstaatsanwalt Jay Morse beschrieb Bales als einen Mann ohne jedes moralisches Empfinden. Er könne niemand anders als sich selbst für die Tat verantwortlich machen. Die Verteidigung wandte ein, Bales habe die psychischen Belastung des Afghanistaneinsatzes nicht verkraftet.

Der Fall gilt als eine der schlimmsten Gräueltaten westlicher Truppen in den Kriegen in Afghanistan und dem Irak.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Da haben sie völlig recht, wie auch der legendäre US-Außenminister Kissinger gerne bestätigt:

    „Soldaten sind dummes Vieh ,welches wir benutzen , um unsere außenpolitischen Interessen durchzusetzen ." - Henry Kissinger, 1972

  • Was passierte eigentlich mit dem Whistleblower, der diese Tat gemeldet hat. Zu wieviel Jahren wurde der verurteilt?

  • Das Urteil ist zu begrüßen. Zellhaufen wie Bales haben die westliche Wertegemeinschaft schwer beschädigt - hoffentlich nicht irreparabel. Nach dem Urteil ist zu wünschen, dass die Opfer und deren Heimatländer es versöhnendes Zeichen bewerten. Die Forderung nach der Todesstrafe für Bales ist legitim, so wie die Todesstrafe selbst, denn jeder Bürger entscheidet schließlich selbst, ob er Straftaten begeht, auf die die Todesstrafe steht oder ob er anständig lebt wie die Mehrheiten. Im konkreten Falle wirkt die lebenslange Haft aber wohl nachhaltiger auf potentielle Nachahmer. Militäreinsätze werden richtigerweise nicht nach propagandistischen Zielen, sondern realen Ergebnissen beurteilt. Während nach 1945 ein beispielloser Wohlstandsgewinn in Deutschland und Europa überwältigende Zustimmung bewirkt hatte, gelang hernach Vergleichbares nur noch in Südkorea. Eine Zäsur war Indochina. Wesentliche Ursache ist, dass man Bales und Co. als Botschafter zur Vermittlung humanistischer Werte auserkoren hatte. Eine andere Ursache ist kurzfristiges und selbstgefälliges Denken, das am ehesten mit der Denkweise der Börsenzocker vergleichbar ist. Militärische Erfolge verderben langfristig das Handelsklima, wenn sich die Besiegten mehrheitlich als Gedemütigte betrachten. Chinas Außenpolitik ist in diesem Belang klüger und erfolgreicher, weil sie den Außenhandelsinteressen maximal verpflichtet ist und deren Kontinuität und Erfolg nicht folgenschwer an unstete inneren Entwicklungen ihrer Handelspartnerländer knüpft. Um den brutalen Stellvertreterkrieg in Syrien beenden zu können, muss Assad zurücktreten. Ungeachtet dessen unterschiedlicher Beurteilung in Ost und West könnte damit der Stellvertreterkrieg ohne Gesichtsverlust der Paten und Strippenzieher beendet werden. Ohne Verhandlungsfrieden dürfte der gesamte Nahe Osten dauerhaft von Partisanenaktivitäten erschüttert werden und eine antiwestliche Grundstimmung verfestigen.

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