Afghanistan
Mindestens fünf Tote bei Hotel-Anschlag in Kabul

Ein von Ausländern besuchtes Hotel im schwer bewachten Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Dienstag offenbar Ziel eines terroristischen Anschlags geworden. Nach Regierungsangeben starben mindestens fünf Menschen.
  • 0

HB KABUL. Bei einem vermuteten Selbstmordanschlag im schwer bewachten Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag nach Regierungsangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Präsident Hamid Karsai sagte auf einer Anti- Korruptionskonferenz in Kabul, unter den Opfern des mutmaßlichen Selbstmordanschlags seien zwei Frauen. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden. Zu der schweren Detonation kam es in der Nähe des Heetal-Hotels im Viertel Wazir Akbar Khan. In dem Hotel steigen regelmäßig deutsche Journalisten ab. Die radikalislamischen Taliban wiesen jede Verantwortung für die Bluttat zurück.

Die norwegische Zeitung "Bergens Tidende" meldete, die norwegische Botschaft in Kabul sei schwer beschädigt worden, Verletzte gebe es dort aber nicht. Karsai sagte, ebenfalls in der Nähe des Anschlagortes sei die Residenz des früheren ersten Vizepräsidenten, Ahmad Zia Massoud. Massoud sei unverletzt geblieben, zwei seiner Wächter seien jedoch unter den fünf Toten.

Der Polizist Abdul Matin am Anschlagort sagte, ein mit Sprengstoff beladenes Auto sei explodiert. Ein weiterer Polizist, der ungenannt bleiben wollte, sprach von einem Selbstmordanschlag. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ein Sprecher der Taliban erklärte, die Aufständischen hätten nichts mit dem Anschlag zu tun. Die Taliban hatten in der Vergangenheit mehrfach Attentäter eingesetzt, die sich in Autos in die Luft sprengten.

In Wazir Akbar Khan liegen Botschaften, Regierungseinrichtungen, die Hauptquartiere der Vereinten Nationen und der Internationalen Schutztruppe ISAF sowie zahlreiche andere ausländische Einrichtungen. Auch die deutsche Botschaft ist in dem Viertel untergebracht. Die Wucht der Explosion riss einen großen Krater in die Straße und zerstörte zwei zweistöckige Gebäude, wie auf Fernsehbildern des Senders Tolo TV zu sehen war. Polizei und Anwohner trugen blutverschmierte Verletzte zu Rettungswagen des Militärs. Über dem Tatort war schon von weitem eine große Rauchwolke zu sehen. Noch bis zu einem Kilometer weit entfernt, ließ die gewaltige Detonation Fensterscheiben in Gebäuden zerspringen.

Kommentare zu " Afghanistan: Mindestens fünf Tote bei Hotel-Anschlag in Kabul"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%