Afghanistan
Nato befreit verschleppte italienische Soldaten

Nato-Truppen haben in Afghanistan zwei italienische Soldaten befreit, die in der westlichen Provinz Herat am Wochenende entführt worden waren. Die Militäraktion verlief blutig - und zwar für die Geiseln und für ihre Kidnapper gleichermaßen.

HB KABUL. Medienberichten zufolge erlitt einer der beiden Soldaten einen Kopfschuss und eine Schussverletzung in der Brust. Sein Kamerad sei leicht verletzt worden. Nach Angaben des Chefs des Verteidigungsausschusses des italienischen Senats, Sergio De Gregorio, wurden bei dem Militäreinsatz mindestens sieben mutmaßliche Entführer getötet. Die Überstellung der Geiseln an einen örtlichen Taliban-Befehlshaber habe anscheinend unmittelbar bevorgestanden.

Ein italienischer Diplomat in Kabul erklärte, die Identität der Entführer sei noch nicht geklärt. Dem Polizeichef der Provinz Fara zufolge gehörten sie einer kriminellen Bande an. Die beiden Militärangehörigen waren seit Samstag vermisst worden. Sie hatten mit einem afghanischen Fahrer und einem Dolmetscher eine Kontrollstelle der Polizei in der westlichen Provinz Herat passiert, seitdem galten sie als verschollen. Der Polizeichef von Herat, Dschuma Adil, sagte, die Italiener arbeiteten bei einem Wiederaufbauteam, das mit der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) in Verbindung steht.

Die Entführung löste in Italien Forderungen einiger linker Regierungsmitglieder nach einem Abzug der eigenen Truppen aus Afghanistan aus. Regierungschef Romano Prodi wies dies umgehend zurück. Italien hat 2 200 Soldaten in Afghanistan stationiert, davon mehr als 600 im Westen des Landes, wo die Italiener auch das Kommando über die internationale Schutztruppe Isaf haben. Herat gilt als eine der friedlichsten Provinzen. In Fara sind in den letzten Monaten indes verstärkte Aktivitäten der Taliban festgestellt worden.

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