Afghanistan
Nato errichtet in Kabul neues Hauptquartier

Nach verheerenden Anschlägen in Afghanistan ist die Debatte über die Strategie im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban neu entbrannt. Dabei geht es sowohl um eine weitere Aufstockung der internationalen und afghanischen Sicherheitskräfte als auch um mögliche Gespräche mit "moderaten" Taliban. Indes baut die Nato ihre Kommandostruktur um.

BERLIN/BRÜSSEL. Dafür hat sich etwa der neue Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bei einem Besuch in Afghanistan ausgesprochen.

Am Donnerstag starben in Afghanistan bei Bombenanschlägen und Luftangriffen mindestens 32 Menschen. Betroffen war vor allem die stark umkämpfte südliche Provinz Helmand. Dort starben 21 Zivilisten, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte.

Vor der Präsidentschaftswahl am 20. August - der ersten unter afghanischer Regie - nimmt die Gewalt damit immer mehr zu. Nach Angaben der Uno starben im ersten Halbjahr 2009 mehr als 1 000 Zivilisten bei Anschlägen oder Kämpfen. Monat für Monat steigt aber auch die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten. Allein im Juli starben 75 von ihnen.

Noch im August will der Chef der Internationalen Schutztruppe Isaf, General Stanley McChrystal, bekanntgeben, wie viel zusätzliche Kräfte er im Kampf gegen die Taliban braucht. Erwartet wird, dass er mehr Soldaten und Ausbilder anfordert und zudem eine erhebliche Aufstockung der afghanischen Armee (Ana) empfehlen wird. Derzeit verfügt diese nur über 93 000 Mann. Geplant ist eine Steigerung auf 134 000 Soldaten bis 2011. Bereits am 19. Mai hatten 17 US-Senatoren an US-Präsident Barack Obama geschrieben, um die Aufstockung der Ana auf 400 000 Mann vorzuschlagen.

Um der zunehmenden Taliban-Angriffe Herr zu werden, baut die Nato aber auch ihre Kommandostruktur in Afghanistan um. Isaf errichte derzeit ein neues Hauptquartier in Kabul, sagte eine Nato-Sprecherin in Brüssel. Es soll von dem US-amerikanischen Generalleutnant David Rodriguez geleitet werden und die konkreten Militäraktionen der derzeit rund 68 000 Mann starken Isaf-Truppe führen. Demgegenüber werde Isaf-Chef McChrystal entlastet und könne sich mehr um strategische Fragen kümmern - etwa um die Absicherung der zivilen Aufbauanstrengungen in Afghanistan.

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