Afghanistan
Nato hält an Ausdehnung ihres Einsatzes fest

Die Nato hält ungeachtet der Eskalation der Proteste gegen Mohammed-Karikaturen an der Ausdehnung ihres Friedenseinsatzes in den gefährlichen Süden und Osten Afghanistans fest. Bald soll die Allianz ihre Truppen auch im Osten des Landes stationieren.

HB TAORMINA. Das Bündnis sei fest dazu entschlossen, sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zum Auftakt eines Treffens der 26 Verteidigungsminister der Militär-Allianz am Donnerstag in Taormina auf Sizilien. In den vergangenen Tagen kamen in Afghanistan zehn Menschen bei Demonstrationen gegen die Zeichnungen in europäischen Zeitungen ums Leben.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sagte, es habe sich nicht um spontane Empörung, sondern um vorbereitete Proteste gehandelt. Sie hatten vor einem norwegischen Stützpunkt begonnen. Das Engagement der Nato dürfe nicht in Frage gestellt werden, sagte Jung. „Jetzt haben wir die Verantwortung, auch im gesamten Land die Stabilisierung zu gewährleisten.“

Nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wird die Allianz in diesem oder im kommenden Jahr ihre Truppen auch im Osten des Landes stationieren, wenn die für diesen Sommer geplante Ausdehnung in den Süden abgeschlossen worden ist. Er erwarte, dass die Nato letztlich die gesamte Friedenssicherung in Afghanistan übernehmen werde. Das Bündnis müsse aber nicht den Kampf gegen radikal-islamische Taliban-Rebellen von den US-geführten Truppen übernehmen. Vor allem Deutschland und Frankreich hatten sich dagegen gesperrt.

Ursprünglich hatten die USA und Nato-Vertreter eine Ausdehnung des Einsatzes in den Osten für dieses Jahr angestrebt. Allerdings verzögert sich bereits der Gang in den Süden und die damit verbundene Aufstockung der Afghanistan-Schutztruppe Isaf von derzeit 9000 auf 15 000 Soldaten. Die Niederlande hatten erst kürzlich nach langer Debatte der Entsendung von 1400 Soldaten zugestimmt. Die USA haben derzeit 19 000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

Rumsfeld will aber 2500 Soldaten abziehen. Deutsche Soldaten sind vor allem im Raum Kabul und im Norden eingesetzt. Die gewaltsamen Demonstrationen vor Nato-Stützpunkten in Afghanistan werden auch ein Thema der Beratungen mit Vertretern sechs arabischer Staaten und Israels am Freitag sein, sagte Jung. Wegen der Angriffe veränderten die Minister ihre Tagesordnung und berieten bereits am Donnerstag über Afghanistan. Sicherheitsexperten informierten sie über die Lage in dem Land. Die eigentlich zunächst geplante Debatte über Nato-Reformen und die künftige Finanzierung von Einsätzen wurde auf Freitag verschoben. Jung zeigte sich bereit, auch über neue Finanzierungsformen für einige Bereiche nachzudenken.

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