Afghanistan
Nato plant Verlängerung des Einsatzes

Eigentlich soll die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan bis Ende des Jahres um mehr als die Hälfte sinken. Doch die aufständischen Taliban gewinnen wieder zunehmend an Boden. Jetzt zieht die Nato offenbar die Konsequenz.

BrüsselDie Nato wird bei ihrem Warschauer Gipfel im Juli ihren Afghanistan-Einsatz verlängern und anders als bisher geplant ihre Truppenpräsenz in allen vier Landesteilen beibehalten. Das verlautete am Mittwoch aus Allianzkreisen in Brüssel. Eine solche Entscheidung würde es den USA ermöglichen, ihre gegenwärtige Truppenstärke beizubehalten, sollten sie das für erforderlich halten.

Der ursprüngliche Plan sieht vor, die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan bis Ende des Jahres von 9800 auf 5000 zu verringern. Doch wegen des Erstarkens der aufständischen Taliban haben mehrere ehemalige Kommandeure in Afghanistan an US-Präsident Barack Obama appelliert, die bisherige Truppenstärke aus 2017 in Afghanistan zu belassen.

Das Vorhaben, die internationalen Truppen in und um Kabul zu konzentrieren, solle in Warschau ebenfalls zu den Akten gelegt werden, hieß es weiter. Die Hauptquartiere in Bagram und Kabul sollten ebenso beibehalten werden wie die deutsche Präsenz bei der Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte im Norden, italienischer Einheiten im Westen und von US-Truppen im südlichen Kandahar und Dschalalabad im Osten.

Zudem sollen fünf Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) zur Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte in ihrer derzeitigen Stärke bis 2020 zur Verfügung gestellt werden. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon sagte zu den Informationen: „Niemand will, dass alles zusammenbricht. Wir sind uns, denke ich, alle der Fragilität der afghanischen Sicherheitskräfte bewusst. Sie kämpfen hart, aber sie müssen schwere Verluste hinnehmen.“

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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