Afghanistan
Polizisten nach Talokan-Attentat verhaftet

Nach dem tödlichen Anschlag von Talokan vermuteten Experten gleich eine Mittäterschaft afghanischer Sicherheitskräfte. Das Vertrauen in die Partner schwindet. Nun wurden fünf terror-verdächtige Polizisten verhaftet, die den Gouverneurssitz eigentlich bewachen sollten.
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Kabul/KoblenzDer tödliche Anschlag auch auf Bundeswehrsoldaten im nordafghanischen Talokan soll durch einheimische Polizisten ermöglicht worden sein. Afghanische und internationale Sicherheitskräfte nahmen fünf Miliz-Wachleute wegen mutmaßlicher Terror-Unterstützung fest, wie die Behörden in der Provinz Tachar am Mittwoch mitteilten. Die Männer hätten eigentlich den Auftrag gehabt, den Gouverneurssitz in Talokan gegen Taliban-Angriffe zu schützen. Bei der Bombenexplosion vom vergangenen Samstag in dem Gebäude kamen zwei deutsche Soldaten sowie mehrere Afghanen ums Leben.

Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe wurde auch ein Unterstützer der Attentäter gefasst. Die Nato-geführte Isaf teilte mit, der Anhänger der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) solle der Führung der Gruppe in Pakistan Berichte über die Schäden des Anschlags übermittelt haben. Er und mehrere andere Männer seien am Montag in einem Anwesen im nordafghanischen Masar-i-Scharif von afghanischen und ausländischen Sicherheitskräften gefangen genommen worden. Schüsse seien nicht gefallen.

Bei dem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar war auch der Polizeichef Nordafghanistans, General Daud Daud, getötet worden. Unter den Verletzten waren der deutsche General Markus Kneip, fünf weitere Bundeswehr-Soldaten und der Gouverneur. Eine als Dolmetscherin eingesetzt 56-jährige Soldatin wurde schwer verletzt. Sie war mit zwei weiteren Kameraden am Dienstag in das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz eingeliefert worden.

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Polizisten nach Talokan-Attentat verhaftet

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Soldatin noch immer in kritischem Zustand

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