Afghanistan-Rede
Obama setzt auf Doppelstrategie aus Offensive und Abzug

Nach acht Jahren Afghanistan-Krieg setzt US-Präsident Barack Obama auf eine massive Militäroffensive. Um die erstarkten Taliban-Kämpfer zurückzuschlagen, schickt Obama bereits Anfang des Jahres mehrere Zehntausend zusätzliche US-Soldaten an die Front. Zugleich forderte er von den Verbündeten, sie sollten ihr Engagement am Hindukusch ebenfalls ausweiten.
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WASHINGTON. US-Präsident Barack Obama will die Wende im Krieg in Afghanistan mit einer Doppelstrategie erreichen. So sollen schon bis Mai 2010 rund 30 000 neue Truppen an den Hindukusch entsandt werden. Gleichzeitig aber ist geplant, bereits im Juli 2011 mit dem Abzug von Soldaten zu beginnen. Der neue Kurs baut darauf auf, dass die afghanische Regierung mehr Verantwortung übernimmt und selbst für die Sicherheit im Land sorgen kann.

In einer Rede vor Kadetten in der Militärakademie in West Point im Bundesstaat New York sagte Obama am Dienstagabend, dass die Geländegewinne, die den Taliban in jüngster Zeit gelungen sind, mit Hilfe der Verstärkungen rückgängig gemacht werden sollen. Gleichzeitig sollen sie bei den Afghanen für mehr Sicherheit sorgen und der Regierung Zeit geben, bessere eigene militärische Kapazitäten aufzubauen.

Obama definierte klar, warum die USA in Afghanistan engagiert sind: „Glaubte ich nicht, dass die Sicherheit der USA und der Bürger Amerikas auf dem Spiel stünde, dann würde ich liebend gerne jeden einzelnen Soldaten schon morgen nach Hause beordern“, sagte er vor rund 4000 Offiziersanwärter. „Deshalb treffe ich diese Entscheidung auch nicht leichten Herzens“.

Der US-Präsident bettete seine neue Strategie in grundsätzliche Überlegungen über die Rolle Amerikas in der Welt ein. Die USA hätten anders als andere große Mächte in der Vergangenheit nie nach Dominanz gestrebt oder von den Ressourcen anderer Völker gelebt. Daher sei es auch nicht das Ziel der USA, Afghanistan auf unbestimmte Zeit zu besetzen, sagte Obama.

Auch die Verbündeten der Vereinigten Staaten werden wohl ihren Beitrag leisten müssen. Die USA erwarten eine Aufstockung ihrer Truppen um bis zu 7000 Soldaten. Der stellvertretende Staatssekretär im Verteidigungsministerium, David Sedney, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, Zusagen in dieser Größenordnung seien von Verbündeten bereits gemacht worden oder würden in den nächsten Wochen erwartet. Einige Aufstockungen würden in diesem Monat bekanntgegeben, andere erst bei der internationalen Afghanistan-Konferenz am 28. Januar.

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  • Obama schickt weitere tausende Soldaten an die Front in den Kriegseinsatz. Was für ein Krieg und wo ist die Front in Afghanistan. Es gibt doch keinen Krieg in Afghanistan sondern nur einen Aufbaueinsatz mit kleinen Schiessereien Tenor der
    bundesregierung. Ach ja, von Deutschen boden darf kein Krieg mehr ausgehen und darum winden sich unsere Politiker mit Wortgeflechten bis hin zur Lächerlichkeit. Deutsche Soldaten erleben ein wenig Stalingrad zur Zeit. Die Führung will Einsatz bis zu letzt steht aber geschlossen hinter dem Grundgesetz versteckt und fällt geschlossen über die
    Soldaten her wenn es Opfer gibt. Mein Vorschlag wäre
    unsere Soldaten mit Gummigeschossen auszurüsten und
    bei jedem Einsatz sollte ein Anwalt anwesend sein, der vorher mit den Taliban verhandelt ob Zivilisten
    anwesend sind.ist dies der Fall muss in Deutschland
    sofort ein Ausschuss eingesetzt werden, der tagelang berät ob ein Einsatz notwendig ist. Die Taliban kann man solange mir Teegelagen bei Laune halten.

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