Afghanistan-Schutztruppe ISAF
Tote bei Zwischenfall mit deutschen Soldaten

Drei Zivilisten sind bei einem Zwischenfall mit deutschen Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe ISAF getötet worden. Berichte, wonach es sich bei den Toten um eine Frau und zwei Kinder handeln soll, bestätigte das Verteidigungsministerium allerdings nicht.

HB BERLIN. Der Vorfall werde derzeit noch untersucht, erklärte ein Sprecher am Nachmittag. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben. Nach Angaben des Ministeriums waren am Donnerstagabend zwei zivile Fahrzeuge südöstlich des Bundeswehrstützpunktes Kundus auf einen Kontrollpunkt zugefahren, der von der afghanischen Polizei und deutschen ISAF-Soldaten gemeinsam eingerichtet wurde. "Trotz eindeutiger Kennzeichnung und trotz eindeutiger Zeichen der eingesetzten Kräfte setzten die Fahrzeuge ihre Fahrt auf den Checkpoint fort", heißt es in der offiziellen Erklärung. Daraufhin sei geschossen worden.

Ministeriumssprecher Thomas Raabe sagte, es habe drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Der Polizeichef der Provinz Kundus, Abdul Rahman Aqtash, hatte zuvor mitgeteilt, es handele sich bei den Toten um eine Frau und zwei Kinder. Vier weitere Kinder seien verletzt wordenAuf die Frage, ob deutsche Soldaten Schüsse abgegeben hätten, sagte Sprecher Raabe, das werde noch untersucht. Die afghanische Polizei habe mit Unterstützung des deutschen ISAF-Kontingents die Ermittlungen aufgenommen. Es werde auch geprüft, ob in den Fahrzeugen verdächtiges Material wie Waffen gewesen sei.

Raabe betonte, nach dem Tod eines Bundeswehrsoldaten, der am Mittwoch in eine Sprengfalle gefahren war, sei die Lage rund um Kundus angespannt. Es gebe immer wieder Warnungen vor mit Sprengstoff beladenen Autos. Im Norden des Landes habe es in diesem Jahr 25 Zwischenfälle, meist im Raum Kundus, gegeben.

Der beim Anschlag getötete Soldat soll am Samstag nach Deutschland überführt werden. Am Montag wird dann die Trauerfeier in Saarbrücken stattfinden. Der 29 Jahre alte Hauptfeldwebel war Angehöriger des in Zweibrücken stationierten Fallschirmjägerbataillons 263. An der Feier werden auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, teilnehmen.

Die "Rheinische Post" berichtete, der bei einer Patrouille getötete Fallschirmjäger sei in einem nur leicht gepanzerten Geländewagen mit der niedrigsten Schutzstufe unterwegs gewesen. Bei dem in die Luft gesprengten Fahrzeug handele es sich um einen Geländewagen vom älteren Typ "Wolf", der nur gegen Gewehrbeschuss, nicht aber gegen Sprengfallen geschützt gewesen sei. Das ebenfalls in Afghanistan genutzte moderne Transportfahrzeugs "Dingo", das speziell zum Schutz vor Minen gebaut wurde, könne die starken Steigungen, engen Straßen und Furten im Raum Kundus nicht bewältigen.

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