Afghanistan
Schwerster Anschlag seit Sturz der Taliban

Beim schwersten Anschlag in Kabul seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 sind am Montag mehr als 40 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter hatte sich vor der indischen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt in die Luft gesprengt.

AP KABUL. Der Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums, Abdullah Fahim, sagte, 141 weitere Menschen seien verletzt worden. Augenzeugen berichteten kurz nach dem Anschlag außerdem von einem Schusswechsel vor der iranischen Botschaft im Zentrum Kabuls, an dem US-Truppen beteiligt gewesen seien. Einzelheiten zu dem Vorfall vor der iranischen Botschaft oder eine offizielle Bestätigung lagen zunächst nicht vor.

Der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Semarai Baschari, sagte, der Selbstmordattentäter habe sein mit Sprengstoff beladenes Auto vor der indischen Botschaft zur Detonation gebracht. Das Innenministerium liegt gegenüber der indischen Botschaft. Das Innenministerium teilte mit, fünf Polizisten seien getötet worden. Bei den anderen Opfer handele es sich um Zivilisten. Hochrangige Diplomaten der indischen Botschaft seien nicht betroffen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Das Innenministerium machte Terroristen in Zusammenarbeit mit einem „Geheimdienst in der Region“ für den Anschlag verantwortlich, ohne ein Land zu benennen. Zuletzt hatte die afghanische Regierung den pakistanischen Geheimdienst ISI beschuldigt, Drahtzieher eines Anschlags auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai Ende April bei einer Militärparade in Kabul gewesen zu sein.

Aus dem Außenministerium in Neu Delhi hieß es, auf der indischen Seite habe es Opfer gegeben. Die meisten davon hätten dem Sicherheitspersonal angehört. Der Anschlag habe Mitarbeitern der Botschaft auf deren Weg zur Arbeit gegolten. Zwei Diplomatenfahrzeuge seien zum Zeitpunkt des Anschlags auf das Botschaftsgelände gefahren. Der indische Außenminister Pranab Mukherjee rief ein Krisentreffen mit dem Innen- und dem Verteidigungsminister ein.

Vor der Botschaft stehen jeden Morgen Dutzende Männer an, um ein Visum für Indien zu beantragen. Die Hauptstadt war in den vergangenen Monaten von Anschlägen der Taliban verschont geblieben. Im September 2006 fielen zwölf Menschen einem Selbstmordanschlag zum Opfer, ebenfalls in der Nähe des Innenministeriums.

Die indische Regierung engagiert sich mit Entwicklungshilfe für den Wiederaufbau in Afghanistan, stellt aber keine Soldaten. Indien gerät wegen des Konflikts um die geteilte Region Kaschmir immer wieder ins Visier militanter Muslime.

Zahlreiche Extremisten, die zuvor für den Anschluss des indischen Teils Kaschmirs an Pakistan kämpften, sind inzwischen in Afghanistan aktiv.

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