Afghanistan
Streitkräfte schlagen Talibanangriff auf Flughafen zurück

Die Taliban haben den militärischen Teil des Flughafens in der afghanischen Stadt Kandahar angegriffen. Zuvor hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani getroffen.

KabulAfghanische Taliban haben den militärischen Teil des Flughafens von Kandahar angegriffen. Das Feuergefecht habe um 18.20 Uhr (Ortszeit) begonnen, sagten Anwohner der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Laut dem Sprecher des Gouverneurs der südafghanischen Provinz, Samim Khapalwak, war es vor 21.00 Uhr vorbei. Anwohner berichteten aber auch mehr als zwei Stunden später noch von Schüssen. Über die Zahl der Angreifer gab es unterschiedliche Informationen. Medien berichteten, es seien sechs oder sieben, Gouverneurssprecher Khapalwak sagte, es seien drei gewesen. Sie seien getötet worden. Über Opfer unter Sicherheitskräften oder Zivilisten wurde zunächst nichts bekannt.

Nach einem Medienbericht hatten die Kämpfer das erste Tor zum Flughafengelände durchbrochen und sich dann in einem leerstehenden Gebäude verschanzt. Gouverneurssprecher Khapalwak wies Gerüchte zurück, wonach es sich um eine Schule handelte. Flughafenpersonal sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Taliban bis zu Wohnungen für auf dem Flughafen stationierte Soldaten vorgedrungen waren. Angeblich hätten sie Geiseln genommen. Das attackierte Gelände ist mehrere Kilometer vom zivilen Teil des Flughafens entfernt.

Früher am Tag hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einem zweitägigen Afghanistanbesuch den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani getroffen. Wegen der angespannten Sicherheitslage soll die Zahl deutscher Soldaten in Afghanistan im nächsten Jahr von 850 auf bis zu 980 erhöht werden. Am Nachmittag war von der Leyen nach Pakistan weitergeflogen.

Auch der afghanische Präsident Aschraf Ghani wird am morgigen Mittwoch zu einer Konferenz in Pakistan erwartet. Auf der Agenda steht auch die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit Taliban.

Nationale und internationale Organisationen in Afghanistan waren in den vergangenen Tagen in erhöhter Alarmbereitschaft. Nach Meldungen über eine Verwundung von Taliban-Chef Mullah Achtar Mansur befürchteten Sicherheitsberater, die Radikal-Islamisten könnten Anschläge verüben, um zu beweisen, dass sie nicht geschwächt sind.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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