Afghanistan
Taliban bekennen sich zu Angriff auf Gästehaus in Kabul

In einem bei Ausländern beliebten Gästehaus in Kabul findet eine Feier statt. Plötzlich stürmen Bewaffnete das Hotel, feuern auf die Gäste und nehmen Geiseln. Fünf Menschen sterben. Die Polizei verhindert offenbar Schlimmeres.
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KabulBei einer stundenlangen Geiselnahme in einem bei Ausländern beliebten Hotel in Kabul sind fünf Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Die Polizei konnten 54 Menschen aus den Fängen der bewaffneten Angreifer befreien und die Attacke auf das Restaurant des Gästehauses am frühen Donnerstagmorgen beenden, wie Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi berichtete.

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Das Hotel sei als Ziel ausgewählt worden, weil in ihm Ausländer wohnten, unter anderem Amerikaner, teilte ein Taliban-Sprecher mit. Anders als von der Regierung behauptet sei lediglich ein mit Gewehr, Sprengstoffweste und Pistole ausgerüsteter Kämpfer dabei gewesen - und nicht drei. Die Behauptungen der Taliban sind allerdings häufig übertrieben. Hotels in Kabul waren bereits in der Vergangenheit ein Ziel für die Taliban.

In dem Park Palace Hotel habe am Mittwochabend gerade eine Feier zu Ehren eines Kanadiers stattgefunden, sagte ein Augenzeuge. Dann hätten die Unbekannten das Restaurant gestürmt und das Feuer eröffnet. Es waren immer wieder vereinzelte Schüsse zu hören. Später kam es zu zwei Explosionen, vier Rettungswagen eilten zum Tatort.

Unter den Geiseln und Getöteten wurden etliche Ausländer vermutet, die Nationalitäten der Opfer gab Rahimi jedoch nicht bekannt. Mindestens einer der Toten ist laut Angaben der US-Botschaft jedoch Amerikaner. Eine Botschaftssprecherin erklärte: „Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer.“

Der stellvertretende Innenminister Ajub Salangi sprach von wenigstens zwei toten Zivilisten. Die Sprecherin der US-Botschaft in Kabul bestätigte, dass ein US-Bürger getötet worden sei. In lokalen Medien hieß es, zwei Inder seien unter den Todesopfern.

Das Gebäude steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu Anlagen der Vereinten Nationen und einem Krankenhaus. Es beherbergt sowohl Hotelzimmer als auch Wohnungen für dauerhaft in Afghanistan lebende Personen, darunter auch ausländische Entwicklungshelfer.

Früher am Mittwoch hatten Bewaffnete zwölf Menschen getötet und ebenso viele verletzt, als sie laut Behördenangaben eine Regierungsanlage in der Stadt Laschkarga angriffen. Laschkarga ist die Hauptstadt der südafghanischen Provinz Helmand.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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