Afghanistan
Taliban erschießen Leiter der Wahlkommission

Taliban haben am Mittwoch den Leiter der afghanischen Wahlkommission der Provinz Kundus erschossen. Die für 2014 geplante Präsidentenwahl gilt als Test für die Sicherheitslage in Afghanistan vor dem Abzug der Truppen.
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KundusDie radikal-islamischen Taliban haben am Mittwoch den Leiter der unabhängigen afghanischen Wahlkommission der Provinz Kundus erschossen. Nach Angaben der Polizei in Kundus wurde Amanullah Aman auf dem Weg zur Arbeit getötet. Zwei Männer hätten von einem Motorrad aus das Feuer auf ihn eröffnet. Aman sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Die Taliban bekannten sich zu dem Attentat. Noch am Dienstag hatte Aman in einem Reuters-Interview gewarnt, die immer schlechtere Sicherheitslage in Afghanistan gefährde die für 2014 geplante Präsidentenwahl. Am Montag begann die Meldefrist für die Abstimmung im April. Zunächst reichte niemand eine Kandidatur ein.

Die Wahl gilt als Test für die Sicherheitslage in Afghanistan vor dem Abzug der internationalen Truppen bis Ende des Jahres. Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar hat im August öffentlich die Wahl verurteilt und erklärt, der Kampf werde weitergehen, bis die ausländischen Soldaten das Land verlassen hätten. Die Bundeswehr, die seit fast zehn Jahren ein Feldlager in Kundus betreibt, wird im Oktober aus der Unruheprovinz abziehen. Danach sind die afghanische Armee und Polizei endgültig allein dafür verantwortlich, in der Region für Sicherheit zu sorgen.

Die Furcht vor Anschlägen könnte viele Afghanen von einer Teilnahme abhalten. Zudem sind die Hochburgen der Islamisten für die Wahlbetreuer faktisch nicht zu erreichen. Auch gibt es nicht genug weibliche Sicherheitskräfte, um Frauen vor den Wahlzelten zu durchsuchen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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