Afghanistan
Taliban rufen zum Überlaufen auf

Wer durch Afghanistan reist, hat besser kein Gepäck dabei dass Islamisten missfallen könnte: Regelmäßig führen Taliban inzwischen „Razzien“ durch. Für die afghanische Bevölkerung gibt es Versprechen und Drohungen.

KabulDie radikalislamischen Taliban haben die Afghanen dazu aufgerufen, nicht mehr für die Regierung oder internationale Institutionen zu arbeiten. Statt dessen sollten sie sich ihnen anschließen. In einer am Samstag veröffentlichten Botschaft bieten die Taliban außerdem eine Amnestie für Soldaten, Polizisten, andere Regierungsmitarbeiter und Angestellte internationaler Organisationen an. Schließlich drohen sie all jenen, die das Angebot nicht annehmen, mit Konsequenzen.

„Stoppt die Arbeit mit den Eindringlingen und dem Kabuler Regime, und das Islamische Emirat verspricht euch, euer Leben und euren Wohlstand zu schützen. Andernfalls werdet ihr zur Rechenschaft gezogen, wo immer ihr auch hinflieht.“

Mit ähnlichen Botschaften führen die in sozialen Medien sehr aktiven Islamisten seit Monaten einen psychologischen Krieg, um Regierung und Streitkräfte zu demotivieren.

Überall im Land halten sie Fahrzeuge an und durchsuchen sie nach Regierungsangestellten, die dann bedroht, nicht selten auch entführt oder getötet werden.

Überlandbusfahrer bitten Fahrgäste mittlerweile regelmäßig, vor Antritt der Fahrt ihre Taschen auf Inhalte zu überprüfen, die bei Taliban-Razzien gefährlich werden könnten. Dazu zählen Regierungsausweise, Uniformteile oder auch „unislamische“ Musik.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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