Afghanistan
Taliban-Truppen werden mehr

Alarmierender Bericht: Nach Einschätzung des US-Geheimdienstes hat sich die Zahl der aufständischen Taliban in Afghanistan seit 2006 nahezu vervierfacht. Zu jeder Zeit und an jedem Ort könnten sie zuschlagen, das bewiesen jetzt wieder in Pakistan.
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HB WASHINGTON/ISLAMABAD. Die Zahl der aufständischen Taliban in Afghanistan hat sich nach Einschätzung des US-Geheimdienstes seit 2006 nahezu vervierfacht. Die Zahl der Kämpfer sei auf etwa 25 000 gestiegen, teilten US-Regierungsvertreter am Freitag mit. Dazu gehörten allerdings auch Anhänger, die weniger involviert in Kämpfe seien. Ein Vertreter des Verteidigungsmininstiums sagte, für Aufstände seien nicht viele Rebellen nötig, um einen großen Schaden anzurichten. Sie könnten sich Zeit und den Ort aussuchen, um anzugreifen.

Das haben sie in Pakistan wieder bewiesen: Pakistanische Soldaten erschossen am Samstag in der Garnisonsstadt Rawalpindi mindestens vier Aufständische, die das Hauptquartier der Armee angriffen. Bei dem etwa einstündigen Gefecht kamen auch sechs Soldaten und ein Unbeteiligter ums Leben, bestätigte ein Armeesprecher. Die Taliban bekannten sich in einem Anruf beim Fernsehsender Geo zu dem Anschlag.

Die Rebellen trugen nach Armeeangaben bei ihrem Angriff Militäruniformen. Sie eröffneten zunächst von einem Lieferwagen aus das Feuer auf einen Kontrollpunkt, töteten und verwundeten die Soldaten dort, drangen dann zu einem zweiten Checkpoint vor und warfen Handgranaten auf das Gebäude. Scharfschützen der Armee erwiderten das Feuer, Hubschrauber waren im Einsatz. Die Sicherheitskräfte riegelten das Hauptquartier in der Nähe der Hauptstadt Islamabad weiträumig ab.

Am Freitag waren bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt in der Stadt Peshawar nach jüngsten Angaben 52 Menschen getötet worden, unter ihnen sieben Kinder. Über 100 Menschen wurden bei der Explosion der Autobombe in der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz verletzt. Als Urheber des Anschlags wurden auch hier radikalislamische Taliban vermutet.

Der zum Friedensnobelpreisträger gekürte Obama beriet sich am Freitag erstmals mit Beratern über eine neue Afghanistan-Strategie. Dabei sollte es auch um die Anfrage von Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal gehen, die Truppen am Hindukusch von derzeit 104 000 Soldaten um 40 000 aufzustocken. Es sei mindestens ein weiteres Strategie-Treffen geplant, sagte Obamas Sprecher Roberts Gibbs. Bis zu einer Entscheidung würden "wohl noch einige Wochen" vergehen.

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