Afghanistan
Tote bei Protesten, Anschlag auf Nato-Stützpunkt

Bei erneuten Protesten im Süden Afghanistans sind am Samstag mindestens neun Menschen getötet worden, Dutzende wurden verletzt. In Kabul haben Nato-Soldaten einen Anschlag auf einen Stützpunkt abgewehrt.
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KabulBei gewaltsamen Protesten in der südafghanischen Stadt Kandahar gegen eine Koranverbrennung in den USA ist die Zahl der Todesopfer bis Samstagnachmittag (Ortszeit) auf neun gestiegen. Weitere 73 Menschen wurden verletzt, berichtete Zelmai Ayoubi,
Sprecher des Gouverneurs von Kandahar. Zudem seien 16 bewaffnete Männer festgenommen, die offenkundig die eigentlich friedlichen Demonstranten zu Gewaltakten angestachelt hätten. Die Proteste richteten sich gegen eine Koranverbrennung durch
einen radikalen Pastor in den USA.

Die Demonstranten hätten versucht, mehrere Fahrzeuge und Geschäfte in Brand zu setzen. Am Tag zuvor war aus gleichem Anlass im Norden des Landes ein UN-Büro gestürmt worden. Die Taliban erklärten am Samstag in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AP, nicht Drahtzieher des Angriffs mit elf Toten gewesen zu sein.

Beiden Zwischenfällen in der Provinz Kandahar am Samstag wurden einige der Opfer offenbar erschossen, durch wen war zunächst unklar.

Die Gesamtzahl der Demonstranten lag nach Schätzung eines AP-Fotografen bei einigen Tausend.

Am Freitag hatten rund 2.000 Menschen vor einem UN-Büro in der in der Stadt Masar-i-Scharif gegen die mutmaßliche Verbrennung eines Korans in einer Kirche im US-Staat Florida demonstriert. Einige von ihnen eröffneten das Feuer auf Polizisten und stürmten das Gebäude.

Dabei wurden vier Sicherheitsleute aus Nepal, eine norwegische Pilotin, ein Schwede und eine Person aus Rumänien getötet. Außerdem kamen vier Demonstranten ums Leben. Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den Anschlag scharf und rief die afghanische Regierung auf, die Täter zur Verantwortung zuziehen.

Nato wehrt Angriff auf Stützpunkt ab

Unterdessen wehrten Nato-Soldaten am Samstag einen Anschlag auf einen ihrer Stützpunkte in Kabul ab und töteten dabei mindestens zwei der Angreifer. Drei NATO-Soldaten wurden nach Angaben des Militärbündnisses bei dem Angriff verletzt. Mindestens einer der Aufständischen habe möglicherweise eine Sprengstoffweste getragen.

Der Polizeichef der Provinz Kabul sagte, Berichten zufolge habe es sich insgesamt um drei Angreifer gehandelt. Zwei von ihnen seien getötet worden, als ihre Sprengstoffwesten detoniert seien. Ein dritter sei angeschossen worden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wann begreifen wir endlich, dass wir in diesem Land ncihts zu suchen haben?
    Soldaten zurück und zwar sofort.

  • Dies wurde für alle moslemischen Führer zum Leitbild und ist auch heute, angefangen bei Arafat und Khomeini bis hin zum iranischen Führer Ahmadinedschad und Hisbollah- Chef Nasrallah und den Hamas- und Fatah- Palästinensern, Grundsatz der Verhandlungen mit Israel.

    Leider nehmen westliche Politiker dieses islamische Dogma nicht ernst, obwohl sie vor ihrer eigenen Haustür sehen, dass die Moslems immer militanter werden und die Doktrin, das keinen dauerhaften Frieden mit Nichtmoslems duldet, anstreben. Das geht nicht nur Israel etwas an, sondern alle nichtmoslemischen Länder.

    Aus islamischer Sicht betrachten die Araber daher das 1993 mit Israel abgeschlossene Oslo-Abkommen als Hudna-Abkommen, das sie mit Mohammeds Hudna-Abkommen vergleichen, das er 628 mit den Bewohnern von Mekka, den Koraschiten abgeschlossen hatte. Doch nachdem Mohammed eine große bewaffnete Anhängerschaft um sich geschart hatte, griff er 638 die Koraschiten an und ließ alle Bewohner von Mekka töten.

  • Für die Moslems besteht die Welt nur aus Gläubigen und Nichtgläubigen. Mit den Gläubigen sind die Moslems gemeint und mit den Ungläubigen die Nichtmoslems. Der Auftrag der Moslems besteht darin, die Nichtmoslems zu Moslems zu machen. Wenn es nicht per Mission gelingt, dann durch den Heiligen Krieg.

    Einen permanenten Frieden zwischen Moslems und Nichtmoslems kann es nicht geben, allenfalls einen zeitlich begrenzten Frieden, den die Moslems Hudna nennen, was so etwas wie ein Waffenstillstand ist. Der aber ist nur erlaubt, wenn Moslems den Nichtmoslems unterlegen sind. Die Hudna-Zeit nutzen sie dann, um aufzurüsten, um schlussendlich den Sieg über die Nichtmoslems erringen zu können.

    Ein Dauerfrieden im Sinne des westlichen Völkerrechts ist folglich zwischen der Welt des Islams und der Welt der Nichtmoslems nicht möglich. Daher kann es auch einen wirklichen Frieden nach der Vorstellung des Westens zwischen den Arabern/Moslems und Israel nicht geben, denn alles, was die Moslems unter Frieden mit Nichtmoslems verstehen und zulassen, ist eben nur der Hudna-Frieden, der aber ist nur ein Waffenstillstand mit dem Charakter der Vorläufigkeit.

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