Afghanistan
Uno-Beauftragter für Verhandlungen mit Taliban

Als SPD-Chef Kurt Beck vor längerer Zeit eine Friedenskonferenz in Afghanistan vorschlag, an der auch die Taliban teilnehmen sollten, musste er dafür heftig einstecken. Nun hat der Uno-Beauftragte für das Land, Tom Koenigs, die Idee noch einmal ins Rennen geworfen.

HB KABUL. Bisher hätten viele gesagt, wir verhandeln nicht mit Terroristen, also auch nicht mit den Taliban, sagte Koenigs der „Frankfurter Rundschau“. „Aber die Talibanbewegung ist vielfältig. Man kann da nicht alle in einen Topf schmeißen.“ Die afghanische Regierung prüft eine Erklärung eines Taliban-Sprechers, wonach die militante Gruppe möglicherweise zu Verhandlungen bereit ist.

Koenigs sagte, viel werde von Streitigkeiten zwischen verschiedenen Stämmen bestimmt, nicht von Ideologien. „Da ist das meiste verhandelbar und lässt sich auf der Grundlage der Verfassung - und das muss die Bedingung sein - umsetzen.“

Koenigs lehnt einen Abzug der ausländischen Truppen derzeit ab, auch wenn er den Konflikt nicht für allein militärisch lösbar hält. „Im Süden wird die Entwicklung von der Aufstandsbewegung blockiert. Wer in so einem Moment für Truppenabzug plädiert, der sollte mal die Afghanen fragen. Sie sagen: Lasst uns nicht wieder allein wie 1989 schon einmal, als dann der Bürgerkrieg begann“, sagte Koenigs.

Die ausländischen Soldaten könnten aber die Regierung nur unterstützen: „Der Aufstand kann nur mit einer effizienten und glaubwürdigen Regierung überwunden werden.“ Die internationale Gemeinschaft könne das nur unterstützen. Das gelte auch im Drogenbereich. Der Kampf gegen Anbau und Handel von Opium müsse von den afghanischen Sicherheitskräften geführt werden.“

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