Afghanistan
US-Amokläufer hatte Kopfverletzung

Das Massaker eines US-Soldaten in Afghanistan versetzt die Nato-Truppen in Aufregung. Die USA fürchten gewaltsame Proteste. Zugleich werden Einzelheiten über den Amokläufer bekannt. Jetzt droht ihm die Todesstrafe.
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WashingtonNach dem Amoklauf eines amerikanischen Soldaten in Afghanistan dringen erstmals Details über den mutmaßlichen Täter an die Öffentlichkeit. Wie der TV-Sender CNN berichtete, habe der inzwischen Inhaftierte 2010 bei einem Einsatz im Irak schwere Kopfverletzungen erlitten. Militärärzte hätten ihn dennoch für einen Einsatz in Afghanistan für fit erklärt, berichtete der Sender unter Berufung auf namentlich nicht genannte Beamte im Verteidigungssektor.

Die nicht näher bezeichneten Hirnverletzungen habe sich der heute 38 Jahre alte Soldat bei einem Autounfall zugezogen, hieß es weiter. Es handele sich um einen ausgebildeten Scharfschützen, der insgesamt dreimal im Irak gedient habe. Der Festgenommene verweigere die Aussage.

Dem US-Amokschützen in Afghanistan droht jetzt nach den Worten von US-Verteidigungsminister Leon Panetta die Todesstrafe. Der Verdächtige werde sich nach dem Militärrecht vor der Justiz verantworten müssen, sagte Panetta am Montag auf dem Flug nach Kirgistan. Bei einem Schuldspruch müsse er somit auch mit einem Todesurteil rechnen. Nach Angaben von Pentagon-Sprecher George Little war der Unteroffizier erstmals in Afghanistan stationiert, davor war er drei Mal im Irak im Einsatz. Forderungen des Parlaments in Kabul, dem Mann in Afghanistan den Prozess zu machen, lehnte Little ab.

Der Kommandeur der Nato-Truppen in Afghanistan, US-General John Allen, betonte, nach bisherigen Ermittlungen müsse man von einem Einzeltäter ausgehen. Dieser habe sich in der Nacht zum Sonntag von seinem Stützpunkt im Unruhedistrikt Pandschwai entfernt. Darauf sei ein Suchtruppen aufgestellt worden, sagte Allen weiter. Kurz darauf habe man aber bereits erste Informationen über das Massaker erfahren.

Bei einem Blitzbesuch am Hindukusch bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die deutschen Soldaten trotz des Zwischenfalls wie geplant bis 2014 in Afghanistan bleiben sollen. Ähnlich äußerte sich auch das Weiße Haus. Merkel sprach am Montag der afghanischen Regierung ihr Beileid für die 16 Opfer aus. Merkel telefonierte vom Bundeswehr-Feldlager in Masar-i-Scharif mit Präsident Hamid Karsai.

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USA fürchten neue Proteste

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  • Merkwürdig! Dann haben ja alle Amerikaner eine Kopfverletzung. Darauf soll man erst kommen.

  • @pinin

    ....und Bielefeld hat auch nie existiert!

  • Dubiose Geschichte.
    Da soll der "Einzeltäter" mit Sturmgewehr und mehreren Benzinkanistern mitten in der Nacht unbemerkt das Camp verlassen haben. Und jetzt hatte er auch noch eine Kopfverletzung.

    Wie sagte schon Juncker: Wenns ernst wird muß man lügen.

    Aber Kennedy wurde ja auch von einem Einzeltäter erschossen. Ehrlich.

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