Afghanistan
US-Angriff führt angeblich zu Blutbad unter Zivilisten

Die von den USA geführten internationalen Truppen in Afghanistan haben nach Angaben des afghanischen Innenministeriums bei einem Angriff im Westen des Landes mindestens 76 Zivilpersonen getötet. Unter den Opfern seien überwiegend Frauen und Kinder. Die von den USA geführten Truppen wiesen die Angaben zurück.

HB KABUL. Die Menschen seien am Freitagnachmittag bei einem Luftangriff der Koalitionstruppen in der Gegend Asisabad in der Provinz Herat ums Leben gekommen, hieß es von Seiten der afghanischen Behörde. Demgegenüber erklärte eine US-Militärsprecherin, bei dem Bombenangriff am Donnerstag auf eine Versammlung von Taliban-Anführern in dem in der Provinz Herat gelegenen Bezirk Schindand seien am frühen Morgen 30 Kämpfer getötet worden. Dies habe eine anschließende Lagebeurteilung ergeben, sagte Oberstleutnant Rumi Nielson-Green am Freitag. Weitere Flüge habe es nicht gegeben.

Auch das afghanische Verteidigungsministerium sprach von 30 Toten. Darunter seien aber fünf Zivilpersonen gewesen, sagte General Mohammed Saher Asimi, der Sprecher des Ministeriums. Laut dem Innenministerium wurden jedoch 76 Zivilpersonen getötet, darunter 19 Frauen und 50 Kinder unter 15 Jahren. Die widersprüchlichen Angaben ließen sich zunächst nicht klären. Die US-Streitkräfte erklärten, sie blieben bei ihrer Darstellung. Unter den Toten soll auch der Taliban-Kommandeur Mullah Siddik gehören.

Afghanische Soldaten und Koalitionstruppen seien auf der Suche nach einem Taliban-Führer in Herat gewesen, als sie von Aufständischen mit kleineren Waffen und Granaten angegriffen worden seien, hieß es. Daraufhin hätten die Soldaten zurückgeschossen und die Armee habe einen Luftangriff geflogen, hieß es.

Ein Stammesältester in der Gegend sagte der Nachrichtenagentur Reuters, bei dem Luftangriff seien Dutzende Zivilisten umgekommen, die sich zu einer Koran-Lesung versammelt hätten. Ein hochrangiger Polizeivertreter im Westen Afghanistans bestätigte den Vorfall, konnte jedoch keine Opferzahlen nennen.

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