Afghanistan
US-Truppen töten 65 Taliban-Kämpfer

Bei bewaffneten Zusammenstößen mit US-geführten Koalitionstruppen sind im Süden Afghanistans mindestens 65 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban getötet worden.

HB KABUL. Ein US- Militärsprecher teilte am Samstag mit, afghanische und Koalitionseinheiten seien im Dorf Mirabad in der Provinz Uruzgan (rund 400 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kabul) von mehr als 40 Extremisten attackiert worden. Die Angreifer seien nach mehr als fünfstündigem Kampf getötet worden. Acht der radikalen Moslems seien bei einem Angriff auf einen Höhlenkomplex in der Nähe ums Leben gekommen, der „ein Treffpunkt und eine Zufluchtsstätte“ für Bombenbauer gewesen sei, teilte das Militär am Freitag weiter mit. Sechs Rebellen seien festgenommen worden. Außerdem hätten die Soldaten ein Waffenversteck ausgehoben.

Bei einem anderen Zusammenstoß hätten die Koalitionstruppen in der Provinz Kandahar am Freitag 25 Extremisten getötet. Auf Seiten der Koalitionstruppen habe es keine Opfer gegeben. 17 der Kämpfer einer „Terroristen-Zelle“ seien in einer Bunker-Anlage nahe dem Bezirk Tarin Kot getötet worden. Der Bunker habe den Extremisten als Ausgangspunkt für Angriffe auf afghanische Soldaten und mit ihnen verbündete Truppen gedient.

Der dänische Generalstabschef Hans Jesper Helsø war am Freitag bei einem Afghanistan-Besuch knapp einem Bombenanschlag entgangen. Ein Sprengsatz war explodiert, als ein Konvoi mit dem General vorbeifuhr. Helsø sei zu einer Routine-Inspektion in Afghanistan, sagte ein Armeesprecher in Kopenhagen. Der Anschlag ereignete sich rund 20 Kilometer entfernt vom dänischen Stützpunkt im nordostafghanischen Feisabad. Ein Soldat wurde nach Militärangaben bei dem Anschlag leicht verletzt. Bewohner der südlichen Provinz Sabul fanden am Freitag zwei enthauptete Leichen. Die beiden Zivilisten seien von Taliban-Rebellen getötet worden, weil sie die Leute für Informanten der Regierung hielten, sagten die Afghanen.

Bei Kämpfen und Anschlägen sind in den vergangenen drei Monaten in Afghanistan mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen radikal-islamische Rebellen. Derzeit läuft die größte Offensive der US-geführten Koalitionstruppen gegen die Taliban seit dem Sturz des radikal-islamischen Regimes Ende 2001. Seither war die Gewalt noch nie so heftig wie in den vergangenen Wochen. US-geführte Truppen hatten vor einigen Tagen eine Offensive im Süden des Landes begonnen, wo die Taliban ihre Hochburgen haben. Derzeit bereitet sich die Nato darauf vor, die Kontrolle über Teile der Region zu übernehmen. Die Bundeswehr ist im Norden des Landes am Wiederaufbau beteiligt.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat unterdessen den Kampf der USA gegen den Terrorismus in seinem Land als ineffektiv kritisiert. Damit würden nicht die Grundlagen des Terrors angegangen, sagte Karsais Sprecher Chalik Ahmad am Freitag. Die zurzeit laufende Militäroffensive gegen die Taliban könne nichts an dem blühenden Drogenhandel und fehlendem Wiederaufbau in Afghanistan ändern. „Wir wollen Terror auf eine Weise bekämpfen, mit der wir seine Wurzeln bekämpfen“, erklärte Ahmad. Angesetzt werden müsse dort, wo Terroristen angeworben und ausgebildet würden und wo sie ihre Ausrüstung und finanzielle Unterstützung erhielten.

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