Afghanistan
USA erwägen gewaltsame Geisel-Befreiung

In Afghanistan läuft nun offenbar doch alles auf ein Militäraktion zur Befreiung der südkoreanischen Geiseln hinaus. Die USA halten sich entgegen früherer Aussagen die Option einer Militäraktion offen. Seoul will dies dagegen mit allen Mitteln verhindern und ringt um ein Treffen mit Taliban-Rebellen.

HB WASHINGTON. „Es muss jeder nur mögliche Druck auf die Taliban ausgeübt werden, um sie zur Freilassung dieser Geiseln zu zwingen“, erklärte der für die Region zuständige Unterstaatssekretär Richard Boucher in Washington. Oberstes Ziel sei es, die Entführten frei zu bekommen.

Welche Formen der Druck auf die Taliban konkret annehmen könnte, ließ Boucher offen. „Es gibt Dinge, die wir sagen, Dinge, die von anderen gesagt werden, Dinge, die innerhalb der afghanischen Gesellschaft getan und gesagt werden, und es gibt potenzielle militärische Druckmittel“, sagte er. Damit schien er früheren Äußerungen des stellvertretenden US-Außenministers John Negroponte und des südkoreanische Außenministers Song Min Soon zu widersprechen. Beide hatten nach Gesprächen am Rande einer ASEAN-Konferenz in Manila eine gewaltsame Befreiungsaktion ausgeschlossen.

Boucher äußerte sich kurz vor dem fürs Wochenende geplanten Treffen zwischen US-Präsident George W. Bush und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Camp David. In diesem Zusammenhang hob er die gute Zusammenarbeit der Regierungen beider Länder sowie Südkoreas in der Geiselaffäre hervor.

Indes laufen die Bemühungen der Regierung in Seoul um die Freilassung der 21 Südkoreaner auf Hochtouren. Unterhändler stünden mit den Taliban in Kontakt, um einen möglichen Treffpunkt für bilaterale Gespräche auszuhandeln, berichtete am Freitag die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Informanten.

Ein Treffen zwischen den Rebellen und dem südkoreanischen Botschafter in Afghanistan, Kang Sung Zu, könnte noch im Tagesverlauf stattfinden. Offiziell wurden die Berichte in Seoul nicht bestätigt. Aus Regierungskreisen hieß es, Seoul versuche, die bestehenden direkten oder indirekten Kontakte mit den Rebellen zu erhalten.

Die Geiselnehmer hatten am Donnerstag mitgeteilt, dass sie Gespräche mit der südkoreanischen Regierung aufgenommen und mit Kang telefoniert hätten. Mitglieder der Taliban in der südostafghanischen Provinz Ghasni seien zu einem Treffen von Angesicht zu Angesicht bereit.

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