Afghanistan
USA mit mehr Soldaten gegen erstarkte Taliban

Die USA wollen mit 17 000 zusätzlichen Soldaten in Afghanistan die wachsende Macht der radikalislamischen Taliban zurückdrängen. Die Truppenaufstockung sei notwendig, um die sich verschlechternde Situation zu stabilisieren, erklärte US-Präsident Barack Obama am Dienstag in Denver.

HB KABUL/DENVER. Es wird erwartet, dass die USA seine Partner auffordern werden, ebenfalls mehr Truppen an den Hindukusch zu entsenden. Deutschland will nach Angaben aus Diplomatenkreisen 600 Soldaten zusätzlich an den Hindukusch schicken. Die Aufstockung ist durch das bisherige Mandat gedeckt, das die Entsendung von bis zu 4500 Soldaten gestattet.

Obama sagte, die Probleme könnten nicht allein mit militärischen Maßnahmen gelöst werden. Hier ist auch Deutschland gefordert. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat bereits angekündigt, das Engagement bei Aufbauleistungen werde verstärkt. Afghanistan steht ab Donnerstag auch im Mittelpunkt eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister, die in Krakau über die Sicherung der Wahlen beraten wollen.

Obama hat erstmals seit seinem Amtsantritt auch mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai telefoniert. Damit sei eine neue Seite in den Beziehungen aufgeschlagen worden, sagte ein Sprecher Karsais. Es sei um die Aufstockung der Truppen, Ausrüstung und Ausbildung der afghanischen Armee sowie die Verbesserung der Sicherheitslage gegangen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten sich unter Obama abgekühlt, da die neue US-Führung Karsais Regierungsfähigkeit infrage stellte. Karzai warf den Amerikanern im Gegenzug eine wachsende Zahl ziviler Opfer im Kampf gegen die Taliban vor.

Die Mehrheit der US-Truppenverstärkung soll in den Süden Afghanistans entsandt werden. Sie sollen das Patt in der Region zwischen den Taliban und den vorwiegend aus Großbritannien, Kanada sowie den Niederlanden stammenden Nato-Truppen aufbrechen. Die Amerikanern erhöhen mit der Aufstockung ihre Truppenpräsens auf 55 000 Soldaten. Es wird erwartet, dass weitere 5000 Soldaten folgen werden, so dass die US-Armee insgesamt 60 000 Männer und Frauen für den Kampf gegen die Taliban abstellt. Am Hindukusch sind weitere 30 000 Soldaten aus 40 Nationen stationiert, die meisten aus Nato-Ländern. Deutschland hat derzeit knapp 3600 Soldaten im Einsatz.

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