Afghanistan
USA und Taliban wollen über den Frieden reden

Ein Ende der Gewalt in Afghanistan ist nicht in Sicht. Dennoch wollen die USA und die afghanischen Taliban erneut versuchen, Friedensgespräche zu führen. Schauplatz: Ein Verbindungsbüro der Taliban in Katar.
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Washington, KabulWashington und die radikal-islamischen Taliban wollen direkte Verhandlungen über ein Ende des Konflikts in Afghanistan führen. Die Gespräche sollten bereits in wenigen Tagen im Golf-Emirat Katar beginnen, gab das Weiße Haus am Dienstag bekannt. Das amerikanische Außenministerium kündigte an, der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, James Dobbins werde noch am Dienstag (Ortszeit) über Ankara nach Doha abreisen.

Washington stelle den Aufständischen allerdings Bedingungen. So müssten die Taliban sich vom Terrornetz Al-Kaida lösen und der Gewalt abschwören. Außerdem müssten sie die afghanische Verfassung akzeptieren - einschließlich der garantierten Rechte für Frauen und Minderheiten. Die afghanischen Sicherheitskräfte übernahmen am Dienstag offiziell die Verantwortung für die Sicherheit in ganz Afghanistan.

Die Taliban gaben am Dienstag die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Katar bekannt. Sie erklärten, sie unterstützten „eine friedliche und politische Lösung“ des Afghanistankrieges. Ziele seien „das Ende der Invasion in Afghanistan und die Stärkung eines unabhängigen und islamischen Systems“ im Land.

Der Taliban-Vertreter Muhammad Naim sagte, das „Islamische Emirat Afghanistans“ wolle Gespräche mit den „Ländern der Welt“ initiieren. Auch „mit Afghanen“ sollten Gespräche geführt werden, sagte Naim bei einer vom Sender Al-Dschasira übertragenen Pressekonferenz in Doha.

Die US-Regierung begrüßte die Erklärungen der Taliban zur Gesprächsbereitschaft. US-Präsident Barack Obama nannte die geplanten Gespräche einen "wichtigen ersten Schritt", rechnete aber mit einem langen und schwierigen Prozess. "Ein von Afghanen geführter und bestimmter Friedensprozess ist der beste Weg zu einem Ende der Gewalt und zur Sicherstellung von dauerhafter Stabilität in Afghanistan und der Region", sagte Obama am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland vor seiner Weiterreise nach Berlin.

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  • Erst vor kurzem habe ich eine Reportage über Zwangsverheiratung in Afghanistan geschaut.

    Dort sagt die Geschäftsleiterin eines Frauenhauses:

    "Mein schlimmster Alptraum ist, dass die Taliban eines Tages wieder an die Macht kommen!"

  • Es gab durchaus kritische Stimmen die bereits 2001 vor einem militärischen Eingreifen in Afghanistan (sowie der Verteidigung Deutschlands am Hindukusch) sowie der jetzigen Entwicklung gewarnt haben. Selbstverständlich wurden diese Warnungen seinerzeit ignoriert. Nun steht offensichtlich eine Neuauflage des Pariser Abkommens von 1973 (siehe Vietnamkrieg) vor der Tür - Ergebnis und Zukunftsaussichten der gewählten Afghanischen "Regierung"/Afghanistans dürften m.E. nach ähnlich einzuschätzen sein.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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