Afghanistan
USA verlieren wichtiges Truppen-Drehkreuz

Der amerikanische Luftwaffenstützpunkt in Kirgistan wird endgültig geschlossen. Einen Tag nach der Entscheidung im Parlament der Hauptstadt Bischkek unterzeichnete Präsident Bakijew das entsprechende Gesetz. Der Stützpunkt wurde als Drehkreuz zur Truppenversorgung in Afghanistan genutzt.

HB BISCHKEK. Mit der Entscheidung bleiben den US-Streitkräften 180 Tage, um den Stützpunkt zu räumen. Manas ist bislang Standort von Tankflugzeugen und jeden Monat Zwischenstation für rund 500 Tonnen Fracht und 15 000 Soldaten. Die USA hoffen jedoch, die Regierung mit höheren Pachtzahlungen zur Rücknahme der Entscheidung zu bewegen.

Kirgistan hatte sich zuletzt über zu geringe Zahlungen für den seit Ende 2001 benutzten Stützpunkt beschwert. US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte daraufhin, Washington denke über eine höhere Pacht nach, um den Stützpunkt zu behalten. Er gehe davon aus, dass die Verhandlungen noch nicht beendet seien, sagte Gates am Donnerstag beim Nato-Verteidigungsministertreffen in Krakau. Der Stützpunkt sei jedoch nicht unersetzlich, und Washington führe Gespräche mit anderen Ländern für die Truppenversorgung in Afghanistan.

Die US-Botschaft in Bischkek erklärte, die Entscheidung komme nicht überraschend, die Vertretung sei davon aber vom Außenministerium noch nicht offiziell in Kenntnis gesetzt worden. „Die 180-Tage-Uhr tickt erst nach formeller diplomatischer Benachrichtigung“, sagte Sprecherin Michelle Yerkin.

Die Frage der Logistik für Nachschublieferungen für den Einsatz in Afghanistan bereitet Washington zuletzt immer größeres Kopfzerbrechen, zumal US-Präsident Barack Obama zunächst 17 000 Soldaten zusätzlich in das Land entsenden will. Die wichtigste Route über Pakistan und den Khyber-Pass wurde zuletzt immer wieder Ziel von Anschlägen.

Die Entscheidung Kirgistans ist damit ein schwerer Rückschlag für die Pläne Obamas. Zugleich gilt sie als Erfolg für Russland in dem Bemühen, die USA aus Zentralasien zu verdrängen. Russland hat Kirgistan unlängst 2,15 Mrd. Dollar Kredite und Hilfszahlungen gewährt und betreibt im Land einen eigenen Militärstützpunkt.

Dagegen gestattet Usbekistan den USA nach Angaben der Streitkräfte den Transit von Nachschublieferungen für Afghanistan. Ausgenommen sind Waffen- und Munitionstransporte. Ein Teil der Lieferungen werde weiter nach Tadschikistan transportiert und von dort nach Afghanistan gebracht, sagte US-Konteradmiral Mark Harnitchek am Freitag nach Gesprächen mit Regierungsvertretern in Duschanbe. Die US-Botschaft und das usbekische Verteidigungsministerium wollten zu dem Vorgang zunächst nicht Stellung nehmen.

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