Afghanistan
USA warnen Karsai vor gewaltsamer Geisel-Befreiung

Der Nervenkrieg um die südkoreanischen Verschleppten und den entführten deutschen Ingenieur in Afghanistan verschärft sich. Noch haben die Taliban trotz Ablauf des Ultimatums keine weitere Geisel getötet. Doch Seoul fürchtet eine Eskalation der Situation durch einen möglichen Militärseinsatz Afghanistans. Das ruft auch Washington auf den Plan.

HB KABUL/MANILA. Die USA und Südkorea haben sich darauf geeinigt, keine gewaltsame Befreiung der von den Taliban verschleppten Südkoreanern in Afghanistan zu unternehmen. Dies sagte ein südkoreanischer Diplomat nach Gesprächen zwischen den Außenministern beider Staaten, Song Min Soon und John Negroponte, am Donnerstag in Manila. Die Vereinigten Staaten bereiten sich nicht auf einen Militäreinsatz vor", wurde Song zitiert. Südkorea stimme damit überein. Die Regierung in Seoul erklärte, es werde keine Militäraktionen ohne ihre Zustimmung geben.

Die radikalen Islamisten hatten 23 südkoreanische Aufbauhelfer verschleppt und haben bislang zwei von ihnen getötet. Zuvor hatten Berichte über eine bevorstehende gewaltsame Befreiung der Entführten den Nervenkrieg weiter angeheizt. Am Mittwochmittag war ein als letztes angekündigtes Ultimatum der Geiselnehmer abgelaufen. Die Taliban verlangen die Freilassung von acht Gesinnungsgenossen aus afghanischer Haft. Berichte, wonach ein Einsatz der Sicherheitskräfte zur Befreiung der Geiseln in der Provinz Ghasni bereits begonnen habe, wurden sowohl von den Taliban als auch von den Regierungen in Kabul und Seoul zurückgewiesen.

Nach dem Mord an der zweiten Geisel in der Nacht zum Dienstag bemühte sich die südkoreanische Regierung um direkten Kontakt zu den Taliban. Seoul versuche, bei der Lösung der Geiselkrise unabhängiger von der Regierung in Kabul zu werden, hieß es.

Die Familien der koreanischen Geiseln appellierten in einem Brief an die US-Regierung, sich für die sichere Rückkehr ihrer Angehörigen einzusetzen. Insgesamt 23 Südkoreaner - Anhänger einer christlichen Freikirche - waren am 19. Juli entführt worden. Zwei Geiseln wurden später von den Kidnappern getötet.

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