Afghanistan
Vier Nato-Soldaten bei Anschlag getötet

Im östlichen Afghanistan hat ein Selbstmordattentäter vier Nato-Soldaten mit in den Tod gerissen. Nach Angaben der Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannten, handelt es sich bei den Opfern um Franzosen.
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KabulVier Nato-Soldaten sind bei einem Selbstmordattentat im Osten Afghanistans getötet worden. Das teilte das Bündnis am Samstagmorgen mit, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Der Elysée-Palast in Paris bestätigte wenig später, dass bei einem Anschlag von Aufständischen vier französische Soldaten getötet und fünf weitere verletzt worden seien. Der Attentäter soll sich mit einer Burka als Frau verkleidet haben, heißt es aus dem afghanischen Innenministerium.

Nach Angaben eines afghanischen Polizeisprechers ereignete sich der Anschlag im Bezirk Nidschrab in der ostafghanischen Kapisa. Aufständische griffen demnach einen Konvoi der französischen Truppen an. Ein Vertreter der Provinzbehörden sagte, bei dem Anschlag seien sechs französische Soldaten getötet verletzt worden. Vier weitere Soldaten und drei Zivilisten seien verletzt worden.

Die Taliban bekannten sich in einer E-Mail zu dem Anschlag. Ein Selbstmordattentäter habe eine Gruppe französischer Soldaten sowie afghanischer Polizisten am Samstag in der Provinz Kapisa angegriffen, hieß es darin. Dabei seien auch Polizisten getötet worden, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Dem Innenministerium lagen nach eigenen Angaben keine Berichte über getötete Polizisten vor, allerdings seien zwei Zivilisten verletzt worden.

Kapisa, wo rund tausend der 3500 Soldaten der französischen Kampftruppen stationiert sind, zählt zu den unsicheren Regionen Afghanistans. In der Provinz, für die demnächst afghanische Sicherheitskräfte die Verantwortung übernehmen, kämpfen Drogenhändler mit den Taliban um die Vorherrschaft.

Die Mehrzahl der in Kapisa stationierten Truppen ist französisch, gleichwohl haben auch andere Staaten dort Soldaten, darunter die USA. Es war bereits der zweite tödliche Anschlag auf Nato-Truppen am Samstag. Zuvor war ein Angehöriger des Bündnisses bei einem Bombenattentat im Osten getötet worden, teilte die Militärallianz mit. Damit kamen in diesem Monat bislang 13 Soldaten der Nato in Afghanistan ums Leben. Seit Jahresbeginn sind es 189.

In Kapisa hatte im Januar ein afghanischer Soldat vier französische Kameraden erschossen. Daraufhin stellte Frankreich seine Militäreinsätze in dem Land vorerst ein. Der damalige Präsident Nicolas Sarkozy zog kurz darauf den Abzug der französischen Truppen auf Ende 2013 vor. Sein Amtsnachfolger François Hollande zog den Termin nun noch einmal um ein Jahr auf Ende 2012 vor. Nach dem Fahrplan der NATO sollen alle ausländischen Kampftruppen bis Ende 2014 vom Hindukusch abgezogen werden.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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