Afghanistan will in zehn Jahren „auf eigenen Füßen stehen“
Schröder sichert Karsai weitere Hilfe zu

Afghanistan will nach den Worten seines Präsidenten Hamid Karsai in zehn Jahren „auf eigenen Füßen stehen“. Bundeskanzler Gerhard Schröder sicherte Karsai gleichzeitig „den festen Willen“ zu, Afghanistan weiter zu helfen

HB BERLIN. "Unser Engagement für das Land wird nachhaltig sein“, sagte Schröder am Dienstag nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Berlin. Bei der internationalen Konferenz zum Wiederaufbau Afghanistans, die am Mittwoch in Berlin beginnen soll, werde er daher die Fortsetzung der deutschen Hilfszahlungen in bisheriger Höhe von 80 Mill. € jährlich zusichern. Karsai wollte sich nicht zu finanziellen Erwartungen an die zweitägige Konferenz äußern, zu der 65 Delegationen aus der ganzen Welt erwartet werden, darunter zahlreiche Außenminister und Vertreter internationaler Institutionen. Karsai und die deutsche Industrie warben für mehr Engagement der internationalen Wirtschaft in Afghanistan.

Schröder würdigte die Fortschritte, die Afghanistan unter Karsai seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban Ende 2001 und dem vorherigen Bürgerkrieg gemacht hat. „Das was erreicht ist, kann sich sehen lassen.“ Schröder fügte zugleich hinzu: „Ich denke, dass das Land einen ganz schweren Weg vor sich hat.“ Er wies vor allem auf die instabile Sicherheitslage in dem von ethnischen Gegensätzen und Streit zwischen Karsais Zentralregierung und Provinzfürsten hin.

Schröder sagte, Deutschland werde die bei früheren Treffen zugesagte Hilfe von jährlich 80 Mill. € bis zum Jahr 2008 fortgesetzt. Er wies darauf hin, dass sich Deutschland auch mit der Ausbildung der afghanischen Polizei und mit rund 2000 Mann in der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) engagiert. Karsai wollte den Wunsch nach mehr finanzieller Hilfe nicht beziffern. Seine Regierung hat für die nächsten sieben Jahre 25 Mrd. Dollar Aufbauhilfe und 3,5 Mrd. Budgethilfen als Ziel genannt. Bei einer Geberkonferenz in Tokio 2002 wurden rund 4,5 Mrd. Dollar zugesagt.

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