Afghanistan
Zivilisten sterben bei Nato-Angriff

Die Gewalt in Afghanistan hält an: Die Nato bestätigt, dass bei einem ihrer Luftangriff sind acht Frauen und Mädchen getötet worden sind. Im Süden des Landes haben afghanische Polizisten vier US-Soldaten erschossen.

KabulDie Nato hat afghanische Regierungsangaben über zivile Opfer bei einem Luftangriff des Bündnisses am Sonntag bestätigt. „Eine Anzahl afghanischer Zivilisten wurde unbeabsichtigt getötet oder verwundet“, teilte die Nato-geführte Schutztruppe Isaf zu dem Bombardement in der Provinz Laghman mit. „Die Isaf übernimmt die volle Verantwortung für diese Tragödie.“

Das Büro von Präsident Hamid Karsai teilte mit, bei dem Luftschlag seien acht Frauen getötet und sieben verwundet worden. Sie hätten Feuerholz gesucht. Nach Nato-Angaben galt der Angriff Aufständischen. Ein Isaf-Sprecher sagte, auch 45 Taliban-Kämpfer seien getötet worden.

Der Leiter des Gesundheitsamtes der Provinz, Latif Kajumi, sprach von zehn Verletzten, einige seien gerade einmal zehn Jahre alt. Nato-Sprecher Jamie Graybeal erklärte, der Vorfall werde untersucht. Ersten Berichten zufolge waren bei dem Angriff keine Zivilisten, sondern nur Aufständische getötet worden.

Nach der Tat am frühen Sonntagmorgen, der der am vier US-Soldaten ums Leben kamen, konnten die Täter fliehen. Angriffe von Attentätern aus den afghanischen Sicherheitskräften nehmen zu. Bei einem Anschlag im Süden Afghanistans sind am Sonntag nach offiziellen Angaben vier US-Soldaten getötet worden. Bei den Tätern handele es sich vermutlich um afghanische Polizisten, wie die Nato mitteilte. Während die Allianz keine Angaben zur Nationalität der Opfer machte, erklärten afghanische Behörden, alle Getöteten seien US-Militärangehörige. Der Anschlag ereignete sich in der Provinz Sabol, in der US-Soldaten stationiert sind.

Angriffe von Attentätern aus den afghanischen Sicherheitskräften hatten zuletzt deutlich zugenommen. Erst am Samstag wurden im südlichen Helmand zwei britische Soldaten von einem afghanischen Polizisten erschossen. In diesem Jahr kamen bei derartigen Übergriffen mehr als 50 ausländische Militärangehörige um.

Bis 2014 soll die Verantwortung für die Sicherheit in Afghanistan von den Nato-Kampftruppen an die Afghanen übergeben werden. Danach sollen die meisten ausländischen Soldaten aus dem Land abziehen.

Bei einem Anschlag im benachbarten Pakistan wurden am Sonntag 14 Menschen getötet, darunter drei Kinder und drei Frauen. Die Menschen seien in einem Lastwagen auf dem Weg zu einem Markt an der Grenze zu Afghanistan gewesen, als ein am Straßenrand deponierter Sprengsatz in die Luft gegangen sei, teilte die Polizei mit. Im Grenzgebiet kommt es immer wieder zu Anschlägen, hinter denen die radikal-islamischen Taliban vermutet werden.

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