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Afghanistan: Zwei deutsche Soldaten sterben bei Bombenanschlag

Zwei Bundeswehrsoldaten sind bei einem Anschlag der Taliban in Nord-Afghanistan ums Leben gekommen. Auch der deutsche Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf wurde bei dem Anschlag verletzt.

Bundeswehrsoldaten bei einer Erkundung in Kunduz - die Zahl der Anschläge nimmt zu. Quelle: dapd
Bundeswehrsoldaten bei einer Erkundung in Kunduz - die Zahl der Anschläge nimmt zu. Quelle: dapd

Talokan/BerlinBei dem Selbstmordanschlag im Norden Afghanistans sind zwei deutsche Soldaten getötet und drei weitere verwundet worden. Das teilte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Berlin mit. Unter den Verwundeten sei der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, der deutsche General Markus Kneip.

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Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Rainer Glatz, sagte: „Wir müssen davon ausgehen, dass es ein Angriff mehrerer Selbstmordattentäter gewesen ist.“ Die Verwundeten seien mit Hubschraubern nach Kundus ausgeflogen worden. Es sei nicht geplant, Kneip nach Deutschland zu bringen. „Er ist leicht verwundet.“ Zum Zustand der anderen Soldaten könne er noch keine Aussagen machen.

De Maizière sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Sie verlieren ihre liebsten Menschen, sie können sich nicht einmal von ihnen verabschieden.“ Er sagte: „Wir trauern mit ihnen und werden sie in jeder Weise begleiten. Ich bin sicher, das werden heute und in den nächsten Tagen ganz viele tun.“ Den Verwundeten wünsche er baldige Genesung.

Anschläge auf deutsche Soldaten

  • 29. Mai 2003 - Mine am ISAF-Camp

    Ein Geländewagen fährt in der Nähe des deutschen ISAF-Camps in Kabul auf eine Mine. Ein deutscher Soldat stirbt.

  • 7. Juni 2003 - Sprengstoff im Taxi

    In Kabul werden bei einem Selbstmordattentat vier Bundeswehrsoldaten getötet und 29 verletzt. Ein mit 150 Kilogramm Sprengstoff beladenes Taxi explodierte neben einem Bundeswehrbus.

  • 25. Juni 2005 - Sprengfalle in Tachar

    In der Provinz Tachar bei Kundus kommen bei einer Entwaffnungsaktion im Distrikt Rustak zwei deutsche Soldaten ums Leben. Die Soldaten waren in eine Sprengfalle geraten.

  • 14. November 2005 - Selbstmordattentäter

    In Kabul reißt ein Selbstmordattentäter einen Bundeswehrsoldaten mit in den Tod, zwei weitere werden verletzt.

  • 19. Mai 2007 - Tod auf dem Markt

    Bei einem Selbstmordanschlag eines Taliban- Terroristen auf einem Markt in Kundus werden drei Soldaten einer Fußpatrouille getötet, zwei weitere verletzt.

  • 6. August 2008 - Selbstmordattentäter

    Bei einem Selbstmordanschlag nahe Kundus werden drei Soldaten verletzt, zwei von ihnen schwer. Einer stirbt Anfang Oktober 2009 an den Spätfolgen.

  • 27. August 2008 - Sprengfalle

    Eine Patrouille der Bundeswehr gerät in der Nähe von Kundus in eine Sprengfalle. Ein Soldat stirbt, drei weitere werden verletzt.

  • 20. Oktober 2008 - Selbstmordattentäter

    Zwei deutsche Soldaten sterben bei einem Selbstmordanschlag nahe der Stadt Kundus. Die radikal-islamischen Taliban bekennen sich zu dem Anschlag.

  • 29. April 2009 - Hinterhalt

    In der Nähe der Stadt Kundus gerät eine Patrouille der Bundeswehr in einen Hinterhalt. Ein deutscher Soldat kommt ums Leben, vier weitere werden verletzt.

  • 23. Juni 2009 - Feuergefecht

    Nach einem Feuergefecht in der Region Kundus sterben drei Bundeswehrsoldaten. Sie waren bei einem Ausweichmanöver mit ihrem Transportpanzer umgekippt.

  • 2. April 2010 - Schwere Gefechte

    Bei schweren Gefechten im Unruhedistrikt Char Darah südwestlich von Kundus-Stadt werden drei Bundeswehrsoldaten getötet. Acht weitere Deutsche werden schwer verletzt.

  • 15. April 2010 - Ferngezündete Sprengfalle

    Bei zwei Anschlägen nahe Baghlan fallen vier Bundeswehrsoldaten. Drei sterben in ihrem gepanzerten Fahrzeug „Eagle IV“ bei der Detonation einer ferngezündeten Sprengfalle. Ein Oberstabsarzt kommt ums Leben, als sein gepanzertes Sanitätsfahrzeug von Aufständischen beschossen wird.

  • 7. Oktober 2010 - Selbstmordanschlag

    Ein Selbstmordanschlag der Taliban reißt einen Bundeswehrsoldaten in den Tod. Sechs Soldaten werden verletzt, davon zwei schwer.

  • 18. Februar 2011 - Blutbad im Norden

    Bei einem Blutbad im Bundeswehr-Außenposten „OP North“ in der Provinz Baghlan tötet ein afghanischer Soldat zwei deutsche Bundeswehr-Angehörige. Es gab mehrere Schwerverletzte.

  • 25. Mai 2011 - Sprengstoffanschlag auf Patrouille

    Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in Afghanistan wird ein Bundeswehrsoldat getötet. Ein weiterer Soldat und ein afghanischer Übersetzer werden verletzt. Der Anschlag ereignete sich in der Unruheprovinz Kundus.

  • 28. Mai 2011 - Anschlag in Tachar

    Bei einem Anschlag auf ein Treffen des Gouverneurs der Provinz Tachar unter anderem mit Bundeswehr-Soldaten werden mindestens zwei Deutsche getötet, nach afghanischen Angaben sogar drei. Der deutsche Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, General Markus Kneip, wird demnach verletzt.

Die Soldaten seien im Gouverneursgebäude von Tachar gewesen, um mit den afghanischen Partnern nach den jüngsten Vorfällen über die Sicherheit vor Ort zu sprechen. Neues Vertrauen sollte gestiftet werden. „Diesen Weg der Partnerschaft wollen solche Attentäter zerstören.“ Dies werde und dürfe ihnen nicht gelingen. Der Minister bezeichnete sie als „kriminelle Mörder und politische Verbrecher“. „Sie dürfen und sie werden nicht das letzte Wort haben.“

De Maizière sagte: „Ich bitte die deutsche Öffentlichkeit, gerade jetzt unseren Einsatz in Afghanistan zu unterstützen. Unsere Soldaten sind ein Teil von uns allen.“ Zweifel seien erlaubt und sogar angebracht. Doch: „Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Nach Angaben von Glatz fand der Anschlag um 14.10 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Konkrete Hinweise darauf, wie die Attentäter zum Gebäude gelangt seien und ob sie verkleidet gewesen seien, gebe es noch nicht. Forensische Untersuchen müssten abgewartet werden. Offizielle afghanische Quellen hatten zuvor von drei toten deutschen Soldaten berichtet.

  • 29.05.2011, 15:12 Uhrmargrit117888

    Und wofür sterben unsre Soldaten dort?
    Und das Kriminellste ist, dass der de Maiziere schon weitere Einsätze plant und alle stimmen zu, einschl. SPD
    Ein Söldnerheer für die Welt, gestellt von Deutschland, Pfui Teufel
    Was um Gottes Willen, ist in Deutschland los, was haben wir für verantwortungslose, ja kriminelle Politiker die "Hurra, wir spielen wieder Krieg", schreien?
    Und wo sind die Bürger, die zu Millionen auf die Straße gehen?
    Um von diesen wahren Problemen abzulenken, hetzen offenkundig die Grünen gerade mal wieder gegen AKW's und halten Demos ab. Dann ist das dumme Volk beschäftigt

  • 29.05.2011, 11:03 UhrAnonymer Benutzer: PeterB

    Ich bin wirklich erstaunt, auf welch niedrigem Niveau sich manche Kommentare hier bewegen. Das wird dem Thema nicht gerecht und ist nicht konstruktiv. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich an die Volksvertreter im Bundestag zu wenden und diese für sich zu gewinnen. Was die aktuellen Anschläge betrifft, so sehe ich, dass sich die Spirale der Gewalt unaufhörlich weiterdreht. Die Frage, die der Politik zu stellen ist -- Was kann getan werden, damit deutsche Soldaten aus der Gewaltspirale herauskommen? Hier sollte nicht immer das gebetsartige - wir machen weiter -- kommen.

  • 29.05.2011, 10:00 UhrAnonymer Benutzer: M.K.

    Schon wieder? Wozu sind die eigentlich noch da?

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