Afrika-Reise
Merkel sucht in Afrika neue Wirtschaftspartner

Die Bundeskanzlerin reist mit großer Wirtschaftsdelegation nach Afrika. Den Firmenvertretern geht es vor allem um Lieferverträge für Rohstoffe und Energie - ihnen sitzt die Konkurrenz aus China und Indien im Nacken.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel beginnt heute die zweite große Afrika-Reise ihrer Regierungszeit. Im Mittelpunkt der Gespräche in Kenia, Angola und Nigeria stehen wirtschaftliche Fragen, vor allem Energie und Rohstoffe. Standen früher bei Besuchen deutscher Regierungsvertreter vor allem die Entwicklungszusammenarbeit oder der Klimaschutz im Fokus, will Merkel bewusst die wirtschaftliche und politische Kooperation betonen - „auf gemeinsamer Augenhöhe“, wie die Kanzlerin am Wochenende in ihrem Video-Podcast betonte.

Daher wird Merkel mit Kenia, Nigeria und Angola wirtschaftliche und regionalpolitische Schwergewichte in Subsahara-Afrika besuchen. Die Bundeskanzlerin wird auf ihrer Reise von einer Wirtschaftsdelegation mit zahlreichen Vertretern der Energiefirmen begleitet, die auf Aufträge hoffen.

Sie wolle die Energiepartnerschaft mit dem Ölland Nigeria vertiefen, kündigte Merkel im Vorfeld an. In Kenia wolle sie über den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien sprechen. Und mit dem rohstoffreichen Angola werde eine engere Zusammenarbeit im Energie- wie auch Rohstoffbereich angestrebt.

Die drei Staaten sind nach Südafrika die größten Abnehmer deutscher Waren. Hintergrund der steigenden Aufmerksamkeit für Europas südlichen Nachbarkontinent ist dabei nicht nur das erheblich gestiegene Wirtschaftswachstum in vielen afrikanischen Staaten.

In der EU wird auch immer deutlicher vermerkt, wie sehr die Entwicklungen in Afrika die Union betreffen. Das haben etwa die Ereignisse in Nordafrika und die Flüchtlingswellen über das Mittelmeer gezeigt. Oberster Wunsch sei deshalb, zu einer Stabilisierung des krisengeschüttelten Kontinents beizutragen, heißt es. Weil dazu auch eine sichere Ernährungsgrundlage für die weiter stark wachsende Bevölkerung gehört, wird Merkel auf der Reise von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner begleitet.

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Harte Konkurrenz durch China und Indien

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  • Ungeachtet der Kritik an anderen Entscheidungen (bzw. nicht getroffenen Entscheidungen) muss Merkels Kabinett eine engagierte Außenhandelspolitik bescheinigt werden. Auch einige ihrer Amtsvorgänger verdienen diese Anerkennung. Unterschiedliche Koalitionen haben als Regierende stets das richtige Maß von Außenwirtschafts- und Bürgerrechtspolitik gefunden. Bahnbrechend für das vernünftige Handeln sind die hohen Erwartungen der Bevölkerung - insbesondere am Arbeitsmarkt. Unsere Außenhandelspolitik setzt deshalb Maßstäbe für das politische Handeln auf allen anderen Politikfeldern.

  • Will sie jetzt die EU mit den afrikanischen Staaten vergrößßern?

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