Afrika
Ugandische Rebellen rufen Waffenruhe aus

In Uganda hat die Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA) angesichts anstehender Friedensverhandlungen mit der Regierung einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Bei den seit 20 Jahren anhaltenden Kämpfen sind zehntausende Menschen ums Leben gekommen, Millionen sind in der Region auf der Flucht.

HB KAMPALA. Die Waffenruhe gelte ab sofort und sei vom Vize-Anführer Vincent Otti im Auftrag des LRA-Chefs Joseph Kony in einer Stellungnahme angeordnet worden, sagte ein Sprecher der Rebellen am Freitag. Die Gespräche über ein Ende des Krieges hatten am 14. Juli im Sudan begonnen und sollten kommenden Woche fortgesetzt werden. Die LRA wird für zahlreiche Gräueltaten verantwortlich gemacht, darunter Verstümmelungen, den Einsatz von Kindersoldaten und Kannibalismus.

In der Stellungnahme Ottis hieß es: „Wir hoffen, dass die Regierung diese Geste des guten Willens erwidert, so dass beiden Parteien schließlich ein bilaterales Abkommen unterzeichnen, um eine friedliche Atmosphäre während der Friedensgespräche ermöglichen.“

Die Regierung wies diesen Vorschlag umgehend zurück. Ein Waffenstillstand könne erst unterzeichnet werden, wenn sich die beiden Parteien auf alles andere geeinigt hätten, sagte der Minister für Innere Angelegenheiten, Ruhakana Rugunda, der die ugandische Delegation leitet. Bereits in der Vergangenheit hatte die Regierung einen derartigen Vorschlag abgelehnt, mit der Begründung, die Rebellen hätten vorherige Feuerpausen zur Aufrüstung genützt.

LRA-Anführer Kony hatte sich bereits am Dienstag für eine Waffenruhe ausgesprochen. Ohne Feuerpause könne es keine sinnvollen Friedensverhandlungen geben, sagte Kony in seiner ersten Pressekonferenz seit 20 Jahren. Er und sein Vize werden vom Internationale Strafgerichtshof (ICC) wegen Kriegsverbrechen gesucht. Otti lehnt es daher ab, an den geplanten Friedensgesprächen teilzunehmen. Die Führung der LRA habe volles Vertrauen in die Delegation, teilte Otti mit. Die Delegation Ugandas erklärte sich dazu bereit auch ohne Otti mit der LRA zu verhandeln. Der bei den Gesprächen vermittelnde südsudanesische Vize-Präsident Riek Machar hatte die Anwesenheit Ottis jedoch zur Bedingung gemacht. Mitglieder des Vermittler-Teams waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%