Agile Aktivisten
Greenpeace-Piraten und der Ärger von Basel

Die Plakataktion beim Champions-League-Spiel des FC Schalke ist aktueller Höhepunkt eines Greenpeace-Feldzugs gegen Ölbohrungen. In Russland sind die Aktivisten nun Piraten – und dem FC Basel drohen Konsequenzen.
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Berlin/BaselDie spektakuläre Aktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Basel und Schalke 04 (0:1) hat ein Nachspiel. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) will nach den Vorgängen vom Dienstagabend im St.-Jakob-Park prüfen, ob ein Disziplinarverfahren einleitet wird. „Der Vorfall ist vom Schiedsrichter und dem Uefa-Delegierten im Spielbericht vermerkt worden. Die Uefa wird alles untersuchen und dann entscheiden, wie es weitergeht“, sagte ein Uefa-Sprecher nach der Partie.

Greenpeace-Aktivisten hatten sich in der 5. Spielminute vom Dach des Stadions abgeseilt. Mit einem riesigen Transparent protestierte die Umweltorganisation vor den Augen von Uefa-Präsident Michel Platini gegen den russischen Uefa- und Schalke-Sponsor Gazprom wegen Bohrungen in der Arktis. Der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco musste das Spiel etwa fünf Minuten unterbrechen, ehe es weitergehen konnte.

Während sich die Trainer Murat Yakin (Basel) und Jens Keller (Schalke) zu dem Zwischenfall nicht äußern mochten, verriet Schalkes Manager Horst Heldt durchaus Sympathien für Greenpeace. „Es ist wichtig, dass es Organisationen gibt, die sich für diese Dinge einsetzen. Es gibt viele Themen, die sie angreifen“, sagte Heldt.

Die Umweltschützer haben am Mittwoch bundesweit an Tankstellen gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert. In Berlin ketteten sich zwei Greenpeace-Mitglieder an eine Erdgas-Tanksäule, vier kletterten auf das Dach der Tankstelle, wie die Organisation mitteilte. Die Umweltschützer fordern die Freilassung ihrer in Russland inhaftierten Kollegen und wollen gegen Pläne des russischen Konzerns Gazprom vorgehen, in der Arktis Öl zu fördern. Nach Angaben von Greenpeace gab es am Mittwoch Proteste an 23 Tankstellen bundesweit.

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Anklage wegen Piraterie

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  • Greenpeace ist ein Konzern mit einem Umsatz in 3-stelliger Millionenhöhe mit einem sehr hohen Umsatzanteil in den Deutschsprachigen Ländern.

    Erträge kommen aus den "Spenden" von betroffenen Unternehmen, Privatspenden und Staatsgeldern, z.B. EU.

    Das Geschäftsmodell basiert auf einer dauernden, positiven Medienpräsenz. Dazu werden Studien, Pressemeldungen und diverse Spektakel veranstaltet.

    In China, Russland und anderen Ländern unterstützt man die sehr destruktiven Ziele solcher Organisationen nicht. So werden die Funktionäre und Angestellten dieser Organisationen aus dem Land gewiesen und deren Medienzirkus zensiert.


    Russlands verhält sich konsequent und man kann Russland nur Erfolg wünschen sich solche Organisationen fern zu halten.

    In Basel behalten es sich die Verantwortlichen gem. Schweizer Zeitungen vor den Greenpeace Konzern ggf. auf Schadenersatz zu verklagen. Hoffentlich finden sie den Mut.

    Vandale

  • Das Teilweise die Aktionen von Greenpeace nicht wirklich Gesetzeskonform sind, sollte jedem klar sein. Nur ohne solche Leute die Teilweise ihr Leben Riskieren für die Umwelt würde diese wohl mittlerweile anders aussehen. Das Traurige ist dabei das man in vielen Fällen kaum eine andere Möglichkeit hat sich Gehör zu verschaffen. Und im Gegensatz zu einigen Firmen oder Staaten bringen Greenpeace keine anderen Menschen um.

    Die Aktion finde ich klasse auch wenn Sport nichts mit Politik zu tun haben sollte aber in Anbetracht des Sponsors auf Seiten von Schalke und UEFA nachvollziehbar.

    Und die Anklage wegen Piraterie ist mehr als nur ein Witz. Wiedereinmal Zeigt sich Russland von seiner Schlechten Seite. Demokratie? Fehlanzeige! Reine Willkür wird in diesem Land Praktiziert.

  • Russland arbeitet mit dem Mittel der Drohung, Einschüchterung und Erpessung. Kein angenehmer Partner für Europa.

    Aber unser Energiehunger läßt uns wenig Spielraum, der Löwenanteil kommt immer noch aus fossilen Brennstoffen.

    Deswegen ist auch in so schwierigen und sensiblen Gegenden wie der Arktis der Abbau notwendig.

    Aber unter viel strengeren Umweltauflagen und strengeren
    Strafen, als jetzt.

    Ideal wären öffentlich einsehbare Checklisten inkl. geltenden Sicherheitsstandards und verbindliche Kontrolltermine um das Unfallrisiko endlich ernsthaft zu senken.

    Auch über die Nachbetreuung stillgelegter Förderanlagen
    brauchen wir gesetzliche Regelungen, hier ist zb. in Afrika schlimmes passiert.

    Bei den Russen etwas genauer hinzusehen ist keine Schikane durch Greenpeace, sondern bitteren Notwendigkeit,wenn man sich die durch extreme russische
    Schlamperei bisher verursachten Umweltschäden der russ.
    Ölindustrie vor Augen hält.

    Anklage gegen Aktivisten wegen Piraterie - ist schlichtweg geradezu lächerlich.

    Eine total überzogene Aktion einer diktatorischen Regierung, die höchstwahrscheinlich einige unlibsame
    russ. Journalisten ermorden ließ.

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