Agrarstreit
Brasilien droht der EU

Einen Tag vor Beginn der Welthandelsgespräche hat Brasilien die Europäische Union eindringlich zu einem stärkeren Entgegenkommen im dominierenden Agrarstreit aufgefordert. Andernfalls drohe die Konferenz zu scheitern. Die EU zeigt sich jedoch unbeeindruckt.

HB HONGKONG. „Sollte die EU ihr Angebot zu den Landwirtschaftsprodukten nicht substanziell verbessern, wird es keine erfolgreiche Handelsrunde geben“, sagte der brasilianische Außenminister Celso Amorim. Brasilien ist einer der führenden Staaten der G20-Gruppe der Entwicklungsländer, die von den Industriestaaten unter anderem eine Senkung der Handelsbarrieren im Agrarsektor fordern.

Auch der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz forderte die Teilnehmer der Welthandelsorganisation (WTO) auf, Agrarsubventionen und andere Handelsbarrieren aufzuheben. Nur so könnten Entwicklungsländer sinnvoll in die WTO-Gesprächen einbezogen werden, sagte Stiglitz. „Wir haben einen doppelten Standard“, sagte er. „Wir behandeln Güter, die in den USA produziert wurden, anders als Güter, die im Ausland produziert wurden.“

Die EU bot im Vorfeld der Konferenz in Hongkong an, Importzölle auf Agrarprodukte um rund 38 Prozent zu senken. Weitere Zugeständnisse würden allerdings nicht gemacht, bekräftigte EU-Handelskommissar Peter Mandelson. Er rief zugleich dazu auf, die Bedürfnisse der ärmsten Länder in den Mittelpunkt der sechstägigen Konferenz zu stellen.

Unter anderem mit Zollerleichterungen für den Export ihrer Produkte könnten die Länder ein klares Signal erhalten, dass auch sie von einem freieren Welthandel profitieren könnten. Mandelson sagte weiter, in Hongkong müsse eine neue Frist zum Abschluss der so genannten Doha-Runde angestrebt werden.

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