Ahmadinedschad im Fernsehinterview
Die Bombe hat ausgedient

Der Iran steuert Präsident Mahmud Ahmadinedschad zufolge nicht auf einen Krieg gegen die USA zu. Außerdem bestritt er, dass die Islamische Republik nach einer Atombombe strebe – das sei nicht mehr zeitgemäß. Zudem machte der Präsident mit drolligen Aussagen zum Atomprogramm des Landes auf sich aufmerksam.

HB NEW YORK. „Warum sollten wir gegeneinander Krieg führen? Es steht kein Krieg bevor“, sagte Ahmadinedschad in einem Interview des Fernsehsenders CBS, das am Sonntag ausgestrahlt wurde.

Der Präsident bestritt erneut, dass die Islamische Republik nach Atomwaffen strebe. „Man muss anerkennen, dass wir keine Nuklearbombe benötigen“, erklärte Ahmadinedschad zur Begründung. Solche Waffen seien heutzutage in der internationalen Politik unnütz. „Die Zeit der Bombe ist vorbei“, sagte der Präsident. Das Atomprogramm seines Landes diene deshalb nur zivilen Zwecken und sei „sehr transparent“.

Der Westen befürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Atomkraft an Nuklearwaffen arbeitet. Da der Iran seine umstrittene Urananreicherung bislang nicht wie verlangt gestoppt hat, hat der UN-Sicherheitsrat verschärfte Sanktionen gegen das Land verhängt. Die ständigen Mitglieder des Gremiums beraten derzeit gemeinsam mit Deutschland über neue Strafmaßnahmen. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner hatte erklärt, die Welt müsse sich im Atomstreit auf einen Krieg vorbereiten.

Die Zeitschrift „Newsweek“ berichtete am Sonntag, US-Vizepräsident Dick Cheney habe erwogen, Israel um Raketenangriffe auf iranische Atomanlagen zu bitten. Die Zeitschrift berief sich auf eine entsprechende Äußerung von Cheneys Berater David Wurmser, die zwei nicht genannte Informanten zitierten. Demnach hätten die israelischen Angriffe iranische Vergeltungsschläge provozieren sollen. Sie wären der Vorwand für US-Angriffe auf den Iran gewesen, meldete „Newsweek“.

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