Ahmadinedschad von Ex-Geiseln beschuldigt
Irans designierter Präsident mit neuen Vorwürfen konfrontiert

Gegen Irans designierten Präsidenten, Mahmud Ahmadinedschad, sind neue Vorwürfe erhoben worden. Der Iran hat unterdessen europäische Politiker und Medien davor gewarnt, auf eine Kampagne zur Verleumdung Ahmadinedschads hereinzufallen.

HB WIEN/TEHERAN. Der österreichische Grünen-Politiker Peter Pilz beschuldige Ahmadinedschad, an der Ermordung von drei kurdischen Politikern 1989 in Wien beteiligt gewesen zu sein, teilte das Innenministerium am Samstag mit. Der Sicherheitssprecher der österreichischen Grünen verfüge eigenen Angaben zufolge über Informationen, denen zufolge Ahmadinedschad an der Tötung des Exil-Führers der iranischen Kurden, Abdul Rahman Ghassemlu, und zwei weiteren kurdischen Oppositionspolitikern in der österreichischen Hauptstadt teil hatte. Pilz habe vor einigen Wochen Dokumente zur Untermauerung seiner Vorwürfe eingereicht. „Diese Dokumente wurden an das Büro des Staatsanwalts weitergegeben, und die Sache liegt jetzt in ihren Händen“, sagte Ministeriumssprecher Major Rudolf Gollia. „Bis jetzt haben wir keine Aufforderung der Staatsanwaltschaft erhalten, eine formale Untersuchung einzuleiten.“ Dies hieße jedoch nicht, das es auch künftig keine Untersuchung gebe.

Ein enger Berater Ahmadinedschads in Teheran spielte die Vorwürfe herunter. „Das ist es nicht wert, dazu einen Kommentar abzugegeben. Das ist das gleiche wie mit den anderen Vorwürfen und es wird auch noch mehr davon geben“, sagte er. In einem Zeitungsinterview sagte Pilz, er habe seine Informationen von einem außerordentlich glaubwürdigen Zeugen erhalten. Es handle sich dabei um einen in Frankreich lebenden, iranischen Journalisten, den Pilz „Zeuge D“ nennt. Der Journalist wiederum habe seine Informationen von einem der beteiligten Schützen, der ihn im Jahr 2001 kontaktiert habe, später jedoch ertrunken sei.

Ob sein Zeuge Verbindungen zu iranischen Exilgruppen in Frankreich hat, sagte Pilz nicht. Viele Anhänger des von den USA als terroristische Vereinigung eingestuften Nationalen iranischen Widerstandrates (NCRI) sind in Paris ansässig. Ein Sprecher der NCRI schickte der Nachrichtenagentur Reuters eine E-Mail, in der die Vorwürfe des Österreichers gestützt wurden. Dem Sprecher zufolge soll Ahmadinedschad eines der beiden Mordkommandos befehligt haben, die für die Ermordung Ghassemlus nach Wien geschickt wurden.

Vor einigen Tagen hatten frühere Geiseln den designierten Präsidenten beschuldigt, einer der Anführer bei ihrer Gefangennahme während der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 gewesen zu sein.

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