Ahmadinedschads Einreise zur WM
Israels Botschafter mahnt die Bundesregierung

Israel ist verärgert über den möglichen Besuch von Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Fußball WM: Der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, forderte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf, die Einreise zu verhindern.

HB MANNHEIM. „Mit seiner Einreise würde das Motto der Spiele „Die Welt zu Gast bei Freunden“ ad absurdum geführt“, sagte Stein dem „Mannheimer Morgen“. „Durch seine Hasstiraden hat er sich ja selbst aus der Staatengemeinschaft ausgegrenzt und deshalb hat er in der zivilisierten Welt gar nichts zu suchen.“ Ahmadinedschad hatte wiederholt den Holocaust geleugnet und das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Zudem hatte er Israel als einen Tumor bezeichnet, der von der Landkarte verschwinden müsse

Schäuble löste Anfang April die Diskussion aus, als er erklärt hatte, Ahmadinedschad könne gerne zur WM kommen. „Wenn er kommt, dann kommt er“, sagte der CDU-Politiker. Auch wenn dessen Äußerungen zum Existenzrecht Israels und im Atomstreit mit den Vereinten Nationen völlig inakzeptabel seien, gebe es keine rechtliche Handhabe, Ahmadinedschad die Einreise nach Deutschland zu verweigern. Als Staatsoberhaupt brauche er kein Visum, um ein Spiel der iranischen Nationalmannschaft bei der WM zu besuchen. Sollte der Sicherheitsrat der UN oder die EU etwas anderes beschließen, werde er sich daran halten. Bis dahin gelte das deutsche Recht, nach dem der iranische Präsident Reisefreiheit zu den Spielen genieße.

Regierungssprecher Thomas Steg erklärte dazu allerdings, ein Besuch des umstrittenen iranischen Präsidenten sei derzeit nicht absehbar.

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