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Aids: Die späte Kehrtwende am Kap

Die Dimension: Nirgendwo sonst sind mehr Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert. Rund 5,3 Millionen Südafrikaner oder über 20 % der sexuell aktiven Bevölkerung sind infiziert. Täglich kommen 1 700 Neuansteckungen hinzu.

Die Zahl der Toten hat horrende Ausmaße erreicht: Mehr als 600 Menschen, überwiegend Schwarze, sterben jeden Tag an der Epidemie oder einer von ihr ausgelösten Krankheit. Stark betroffen ist derzeit die Altersgruppe zwischen 30 und 34 Jahren, wo die Sterberate innerhalb des letzten Jahres um 15 % gestiegen ist.

Die ökonomischen Folgen: Das südafrikanische Finanzministerium schätzt, dass Aids das Land ohne Gegenmaßnahmen pro Jahr mindestens ein halbes Prozent Wirtschaftswachstum kostet. Doch genau kann niemand beziffern, wie stark die Epidemie das Wachstum bremst. Als Reaktion auf das lange Zögern der Regierung haben die Minen- und Automobilkonzerne eigene Aids-Programme gestartet. Sie klären die Belegschaft über die Ursachen der Epidemie auf, betreuen Infizierte und übernehmen oft die Kosten für die lebensverlängernden Präparate.

Die Aids-Politik: Nach Jahren der Untätigkeit hat sich die Regierung zu einer Neuausrichtung ihrer höchst umstrittenen Aids-Politik durchgerungen und der Gratisausgabe von Anti-Aids-Medikamenten durch den staatlichen Gesundheitsdienst zugestimmt. Seit Anfang April werden diese in zwei der neun südafrikanischen Provinzen an jene Aids-Kranken verteilt, die sich keine Krankenversicherung leisten können und deutliche Symptome zeigen. Binnen fünf Jahren sollen die Medikamente in jeder Gemeinde erhältlich sein.

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