Aids-Drama
Libyen lässt bulgarische Krankenschwestern frei

Das Drama um die fünf in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und einen Arzt hat ein Ende: Sie haben an Bord eines französischen Flugzeugs das Land verlassen. Frankreichs Präsidentengattin Cécilia Sarkozy hatte zuvor medienwirksam über die Freilassung verhandelt.

HB PARIS. Der Präsidentenpalast in Paris erkärte am Dienstagmorgen, die Maschine sei unterwegs nach Bulgarien. Präsidentengattin Cécilia Sarkozy und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatten am Sonntag in Tripolis mit dem libyschen Staatschef Muammar el Gaddafi über die „unverzügliche Überstellung“ der sechs Inhaftierten in ihre Heimat gesprochen.

Die Sechs waren 1999 verhaftet und im Mai 2004 zum Tode durch erschießen verurteilt worden. Libyen wirft den fünf Frauen und dem Arzt palästinensischer Herkunft vor, in einem Krankenhaus mehr als 400 Kinder mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Experten hatten dies allerdings bezweifelt und die schlechte Hygiene in der Klinik als Grund für die Infektionen genannt. Die verhängten Todesurteile wurden in der vergangenen Woche in lebenslange Haftstrafen umgewandelt, nachdem die betroffenen Familien eine Entschädigung erhalten hatten. Anwälten zufolge wurde für jedes infizierte Kind 1 Million Dollar (rund 725 000 Euro) gezahlt. Bulgarien beantragte danach die Auslieferung der Gefangenen.

Die Ausreise zeichnete sich bereits in der Nacht ab. Angehörige warteten am internationalen Flughafen der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Ihre Hoffnungen waren durch den Libyen-Besuch der Präsidentengattin und der EU-Außenkommissarin genährt worden. Das Flugzeug der französischen Regierung wird gegen 9.00 Uhr erwartet. An Bord sind auch Cécilia und Ferrero-Waldner.

„Der dramatische Fall mit den verurteilten Krankenschwestern nähert sich seinem Ende“, hieß es in einer Mitteilung des bulgarischen Präsidialamtes. Der Sprecher des bulgarischen Außenministeriums, Dimitar Zantschew, erklärte zum Abflug des französischen Regierungsflugzeuges aus Tripolis: „Das ist eine gute Nachricht, die Bulgarien seit acht Jahren erwartet“.

Die bulgarische Regierung hatte am Montag erklärt, in dem Fall mit einer baldigen Lösung zu rechnen. Libyen drängte zuletzt offenbar im Gegenzug für die Überstellung der Verurteilten auf eine völlige Normalisierung der Beziehungen zur Europäischen Union.

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