Aids-Prozess
Libysches Gericht bestätigt Todesstrafen für Bulgarinnen

Ein Gericht in der libyschen Hauptstadt Tripolis hat die Todesstrafen gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt bestätigt. Nun hat die Verteidigung nur noch eine juristische Möglichkeit.

HB TRIPOLIS. Der bulgarische Staatsrundfunk meldete, nach der Urteilsverkündung seien die Frauen sofort aus dem Gerichtssaal herausgeführt worden. Ihre Anwälte können jetzt nur noch das Urteil vor dem obersten Gericht Libyens anfechten.

Den Bulgarinnen und dem Arzt wird vorgeworfen, 400 libysche Kinder absichtlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben. Vor einem Jahr waren die 2004 verhängte Todesstrafen gegen sie aufgehoben worden. Westliche Experten führen den Ausbruch der Aids-Erkrankungen dagegen auf katastrophale Hygienezustände in dem Kinderkrankenhaus der Stadt Bengasi noch vor dem Eintreffen der Bulgarinnen zurück. Die Krankenschwestern und der Arzt sind seit Februar 1999 in Haft.

Unmittelbar vor der Urteilsverkündung demonstrierten rund 100 Eltern von an Aids erkrankten Kindern vor dem Gericht für eine Bestätigung der Todesstrafen. In Bulgarien hatte es am Montag Demonstrationen für einen Freispruch der Krankenschwestern gegeben.

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