Airbus-Absturz über dem Sinai
Putin stoppt alle russischen Flüge nach Ägypten

Der Kreml folgt einer Empfehlung des Geheimdienstes und setzt alle Ägypten-Flüge aus. Zunächst müsse geklärt werden, wieso ein russischer Ferienflieger über dem Sinai abgestürzt. Andere Dienste gehen von einem Anschlag aus.
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MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hat die Aussetzung aller Flüge von Russland nach Ägypten angeordnet. Das teilte der Kreml am Freitag in Moskau mit. Zudem sollen die Behörden den Rücktransport russischer Reisender aus Ägypten organisieren. Behördenangaben zufolge befinden sich derzeit 45.000 Russen in Ägypten. Zuvor hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Suspendierung aller Ägypten-Flüge empfohlen, bis die Ursache für den Absturz der Passagiermaschine auf dem Sinai am vergangenen Samstag geklärt sei. Bei dem Absturz eines Airbus auf dem Weg vom ägyptischen Scharm el Scheich nach St. Petersburg waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen.

Die Geheimdienste der USA und Großbritanniens gehen laut Medienberichten davon aus, dass eine an Bord geschmuggelte Bombe den Airbus-Absturz auf dem Sinai verursacht hat. Ein Passagier oder ein Flughafenmitarbeiter habe den Sprengsatz in der Maschine deponiert, berichtete die britische Zeitung „The Times“ unter Berufung auf abgefangene Gespräche zwischen Dschihadisten des Islamischen Staats (IS). Auch US-Präsident Barack Obama hält einen Bombenanschlag für möglich.

Die Agenten hätten die elektronische Kommunikation zwischen IS-Extremisten in Syrien und in Ägypten abgefangen, schrieb die „Times“ in ihrer Freitagsausgabe. „Der Ton und der Inhalt der Mitteilungen überzeugten die Experten, dass eine Bombe von einem Passagier oder von einem Mitglied des Flughafenpersonals an Bord gebracht wurde“, hieß es in dem Bericht, der keine Quellen für seine Informationen nennt. Nach Informationen der BBC gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass ein Verdächtiger mit Zugang zum Frachtraum die Bombe kurz vor dem Abflug der Maschine dort platziert habe.

Der britische Premierminister David Cameron hatte zuvor gesagt, es sei „mehr als wahrscheinlich“, dass der Airbus von einer Bombe zerstört worden sei, und sich dabei auf Geheimdienstinformationen berufen. US-Präsident Obama äußerte sich in einem Radio-Interview zurückhaltender: „Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass da eine Bombe an Bord war, und wir nehmen das sehr ernst.“

Die Maschine der russischen Fluggesellschaft Metrojet war am vergangenen Samstag kurz nach dem Start im ägyptischen Scharm el Scheich abgestürzt. Über die Ursache des Absturzes werden seither die verschiedensten Vermutungen angestellt. Der ägyptische IS-Ableger hatte am Mittwoch erneut erklärt, er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Ägyptische und russische Behörden bezweifeln dies.

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  • Ein Bombenanschlag ist jedenfalls wesentlich wahrscheinlicher als ein Abschuss vom Boden aus - das mysteriöse angebliche IS-Video gibt das auch her.
    Russland sollte mal beim Mossad anklopfen - die hören in der Region vermutlich alles ab.
    Man könnte dabei folgendes Angebot machen, dass schwer abzulehnen sein dürfte: wir stehen bald im Nordosten an eurer Grenze und vielleicht schon bald auch im Süden auf dem Sinai und räumen dort ein wenig auf gemeinsam mit den Ägyptern.
    Ach, das wollt ihr nicht? Na, dann... ;-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Und Ihre Aussagekraft???

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