Airbus-Sanierung: Schmerzen gerecht verteilen

Airbus-Sanierung
Schmerzen gerecht verteilen

Tatsächlich ist das Gleichgewicht beim Flugzeugbau eine wichtige Sache. Und so sprachen Angela Merkel und Jacques Chirac, die Staatschefs der Länder, in denen der Flugzeugbauer Airbus die größten Werke hat, viel über Gleichgewicht. Doch ihnen ging es weniger um die Flugzeuge, sondern mehr um Länderinteressen.

HB MESEBERG. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat wie Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Gleichgewicht bei der Sanierung des deutsch-französischen Airbus-Konzerns gefordert. Man sei absolut entschlossen, auf ein Gleichgewicht bei sozialen und technologischen Fragen zu achten, sagte Chirac am Freitag beim deutsch-französischen Regierungstreffen in Meseberg bei Berlin.

Es dürften keine Airbus-Standorte geschlossen werden, ohne dass es dort Ausgleichsmaßnahmen gebe. Bei den Entscheidungen müsse es zwischen den deutschen und französischen Standorten ein „absolutes Gleichgewicht“ geben, sagte Chirac. Zudem sprach sich Chirac für ein sozial ausgewogenes Vorgehen bei der Sanierung der EADS-Flugzeugtochter Airbus aus. „Es darf keine harten Entlassungen geben“, sagte Chirac nach dem Treffen mit Merkel

Ein erster Vorschlag habe das Gleichgewicht schon mehr oder weniger berücksichtigt, sagte Chirac. Die Politik könne dem Management aber keine Lösung aufzwingen. Merkel betonte, die Wettbewerbsfähigkeit von Airbus habe bei der Umstrukturierung Vorrang. Ein Zwist zwischen Frankreich und Deutschland über die Sanierung wäre das Schlechteste, sagte die CDU-Politikerin.

In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Staatschefs hieß es: „Sie vertrauen auf eine Entscheidung der Unternehmensführung, die die zugesicherte Balance sicherstellt.“ Gleichzeitig gehen sie davon aus, dass bei der Restrukturierung „die Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Technologie und das Gleichgewicht der Kompetenzen in den betroffenen Staaten berücksichtigt wird“.

Merkel und Chirac hätten „ihr gemeinsames Interesse an einer fairen Verteilung von Lasten und Zukunftschancen bekräftigt“, hieß es weiter.

Vor allem an der Verteilung der Technologiekompetenzen sind bisher die Verhandlungen um das Sanierungsprogramm für den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS gescheitert. Berlin will sich vor allem einen Anteil am neuen Langstrecken-Airbus A350 sichern. Der dort geplante Einsatz neuer Werkstoffe gilt als Zukunftstechnologie. Zudem dreht sich die Debatte um eine faire und ausgewogene Verteilung des geplanten Arbeitsplatzabbaus.

Seite 1:

Schmerzen gerecht verteilen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%