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21.01.2008 
Iran

Ajatollah beschert Ahmadinedschad empfindliche Niederlage

Empfindliche Niederlage für Mahmud Ahmadinedschad: Das geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat eine Entscheidung des Präsidenten rückgängig gemacht. Der Beschluss Chameneis kommt zu einem für Ahmadinedschad ungünstigen Zeitpunkt.

In allen iranischen Staatsangelegenheiten hat der oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei das letzte Wort. Foto: dpaLupe

In allen iranischen Staatsangelegenheiten hat der oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei das letzte Wort. Foto: dpa

HB TEHERAN. Auf Antrag des Parlaments hatte Chamenei Ahmadinedschads Entscheidung geprüft, eine Gesetz zur Verbesserung der Gasversorgung von Bewohnern entlegener Dörfer nicht umzusetzen. Chamenei, der im Iran in allen Entscheidungen das letzte Wort hat, befahl dem Präsidenten nun, das Gesetz anzuwenden. Damit soll eine Milliarde Dollar (700 Millionen Euro) aus den Währungsreserven genutzt werden, um die Versorgung der Landbevölkerung zu verbessern.

Der Beschluss Chameneis kommt zu einem für Ahmadinedschad ungünstigen Zeitpunkt. Seine Popularität war zuletzt wegen stark gestiegener Lebenshaltungskosten unter Druck geraten. Darüber hinaus starben in diesem Winter, einem der härtesten der vergangenen Jahre, iranischen Medienberichten zufolge bereits 64 Menschen wegen Unterbrechungen der Gasversorgung.

Der 2005 gewählte Ahmadinedschad hatte im Wahlkampf versprochen, die Einnahmen aus dem Ölverkauf allen iranischen Familien zugutekommen zu lassen und die Armut zu reduzieren. Der Iran hat weltweit die zweitgrößten Gasreserven, das Leitungssystem im Land kann der Nachfrage jedoch nicht mehr standhalten.

Der frühere Präsident Haschemi Rafsandschani hatte am Freitag Missmanagement für den schlechten Zustand der Gasversorgung verantwortlich gemacht. Es bedürfe nun guter Planung und ausreichender Investitionen, mahnte er in seiner Ansprache während des Freitagsgebets.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Neuer Anlauf im Atomstreit

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