Al Kaida in Europa
Bin Laden segnete Anschlagspläne persönlich ab

Osama Bin Laden zeigt wieder Präsenz als Chef der Terrororganisation Al Kaida. Offenbar war er über die Anschlagspläne auf europäische Ziele informiert und billigte die Vorhaben. In einer Ansprache kritisierte er zudem die islamische Welt – wegen mangelnder Hilfe für Pakistan.
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HB BERLIN. Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden soll einem Magazinbericht zufolge die jüngst bekanntgewordenen Pläne für eine Anschlagsserie in Europa persönlich gebilligt haben. Er habe auch einen Teil des dafür benötigten Geldes zur Verfügung gestellt, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf Aussagen des deutschen Islamisten Ahmad S., der von den USA in Afghanistan festgehalten und vernommen wird. Vorbereitet habe die Pläne die Nummer drei der Extremistenorganisation, Scheich Younis al-Mauretani, den S. im Frühsommer im pakistanischen Mir Ali getroffen habe.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hätten kleine Gruppen von Angreifern in London sowie in deutschen und französischen Städten Geiseln nehmen und töten sollen. Auch Selbstmordanschläge seien vorgesehen gewesen. Vorbild seien die Anschläge von 2008 in der indischen Finanzmetropole Mumbai mit 166 Toten. Damals hatten zehn schwer Bewaffnete im Kommando-Stil mehrere Ziele angegriffen, darunter das Luxus-Hotel „Taj Mahal“ und den Hauptbahnhof. Die Kämpfe mit den in Pakistan ausgebildeten Angreifern waren erst nach drei Tagen beendet worden.

Das Bundesinnenministerium hatte nach Bekanntwerden der Anschlagspläne für Europa am Mittwoch erklärt, die Sicherheitslage in Deutschland sei unverändert. Es gebe keine Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Taten. Die Aussage von S. war nach Darstellung des „Focus“ nicht die einzige Quelle für die europaweiten Terrorwarnungen.

Experten des britischen Abhördienstes GCHQ hätten monatelang eine Radikalen-Gruppe im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet überwacht. Dabei seien Telefonate von acht eingebürgerten Deutschen und zwei Briten abgehört und deren E-Mails überwacht worden. In den Gesprächen mit Kontaktpersonen in Deutschland und Großbritannien sei es um die Beschaffung von Waffen und „Gerätschaften“ für den Bau von Sprengsätzen gegangen. Außerdem sei die Anmietung konspirativer Wohnungen für die Zeit vor und nach einem Anschlag erörtert worden, berichtete „Focus“ vorab.

Bin Laden hat sich derweil zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden mit einer Audio-Botschaft zu Wort gemeldet. In der Aufnahme, die die in den USA ansässige Organisation SITE Intelligence Group zur Verfügung stelle, erklärte Bin Laden, die islamischen Länder hätten die Flutopfer in Pakistan nicht ausreichend unterstützt.

Außerdem warf er den Medien vor, nicht genügend über die Naturkatastrophe berichtet zu haben. Bereits in einer am Freitag veröffentlichten Aufnahme hatte Bin Laden die Schaffung einer kapitalkräftigen Organisation gefordert, die von Naturkatastrophen betroffenen und armen Muslimen helfen soll.

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  • Wer noch an die Existenz von bin Laden glaubt, der ist blöd. Noch blöder ist jedoch der Journalismus, der gebetsmühlenartig den Mythos eines Wüstenmenschen aufrechterhält, der aus einem Wüstenversteck Schläfer steuert und damit westliche "Zivilisation" bedroht!

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